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Kennt Ihr schon Helene Uhl und unser neues Schaufenster?

Helene Uhl

Helene Uhl ist eine Frankfurter Grafikdesignerin. Da sie ganz wunderbare Illustrationen macht, war sie die perfekte Künstlerin, um unsere Urban Space-Schaufenster von esistfreitag in der Fahrgasse in Szene zu setzen. Das Ergebnis ist ganz bezaubernd und fesselnd. Viele Vorbeilaufende bleiben deshalb nun minutenlang an den vielen kleinen Bildern hängen. Wir haben die Gelegenheit genutzt und Helene ein bisschen befragt.

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?
Auf Euer Artwork bezogen: ehrlich. Die einzelnen Elemente sind leicht verständlich. Was ich zeichne, meine ich und muss nicht lange interpretiert werden. Dennoch gibt es viel zu entdecken, wenn der Betrachter sich die Zeit nehmen möchte. Auf der anderen Seite stehen meine realistischen und surrealen Motive, die gedanklich und emotional stärker fordern.

Die Abwechslung beider Stile erhält meine kreative Spannung. Auf die Einfachheit weniger Striche folgen detailverliebte Illustrationen – und umgekehrt. Konstant ist meine Technik: Feinliner-Zeichnungen, die digitalisiert und optional koloriert werden. Auch die Vorlage für Euer Fenster ist im ersten Schritt mit dem Stift auf einem Papier entstanden. Wird eine Zeichnung digital koloriert, arbeite ich mit meiner ganz eigenen Farbpalette, die 352 Farbtöne umfasst und aus der ich die passenden Farben auswähle.


Was war die Idee für die Motive bei der Fensterscheibengestaltung?
Inspiriert ist das Motiv – wie so vieles in diesem Jahr – von Corona. Ja, Corona nervt und wir alle müssen uns momentan einschränken. Dennoch gibt es auch humorvolle Aspekte der Pandemie. Das Schaufenster visualisiert den alltäglichen Umgang mit der Krise. Textliche und grafische Gestaltungselemente zeigen Alltagsmomente und -gegenstände, die die meisten von uns nutzen und kennen. Mit einem Augenzwinkern soll das Motiv sagen: Wir schaffen das! Und auch diese Krise wird irgendwann vorüber sein.


Und wie wars? 🙂
Anders: Solche großen Formate illustriere ich zumindest momentan noch eher selten.
Spannend: Ich wusste nicht, ob meine Zeichnung im Original die gewünschte Wirkung erzielt (tut sie).
Spaßig: Eine schöne Abwechslung zur Arbeit am Schreibtisch.

Das richtige Werkzeug


Was hast Du an einem Arbeitstag am häufigsten in der Hand?
Meine Stifte, meine Wasserflasche und meine Computer-Maus.

Womit arbeitest Du am liebsten?
Mit meinen Händen. Ich experimentiere gerne mit Materialien und Techniken: Aquarell, Collage, Acryl, Linol, Pappmaché … Ich bin ein sehr haptischer Mensch und brauche jeden Tag beides – die handwerkliche Arbeit und den Anteil am PC.

Und wo?
Dort, wo ich kreativ sein kann. Neben meinem Atelier in Fechenheim kann ich das tatsächlich auch in meinem zu Hause eingerichteten Office. Der Unterschied: Abends muss alles wieder an seinem Platz stehen, damit ich den Arbeitstag beenden kann. Im Atelier ist kreatives Chaos gewünscht.

Inspirationen und Zeitvertreibär


Was ist der inspirierendste Ort in Frankfurt für Dich?
Da gibt es viele Orte – momentan alle draußen. Während der Corona-Krise war ich oft mit Freunden auf dem Hauptfriedhof spazieren. Dort ist es friedlich, die Bäume sind groß und gesund, viele Vögel und andere Tiere begegnen mir und in der Abenddämmerung herrscht eine fast magische Stimmung. Mit dem Fahrrad fahre ich gerne an das alte Zollhaus in Richtung Bad Vilbel und streune durch die Streuobst-Wiesen. Hier gibt es zu jeder Jahreszeit etwas zu entdecken – und zum Probieren. Im Frühjahr explodiert die Flora im botanischen Garten. Auch hier finde ich Inspiration.


Wer ist eigentlich dieser Zeitvertreibär?
Da auch ich die Pandemie in meiner Auftragslage zu spüren bekommen habe, habe ich kurzerhand selbst ein Projekt gestartet. Der Zeitvertreibär soll Kinder und Erwachsene, die die Kinder betreuen, in der Corona-Zeit entlasten. Ferdi ist ein junger Bär, der sich Zuhause langweilt. In zwei Bänden und mit insgesamt 34 Rätseln und Ausmalbildern sagt Ferdi der Langeweile den Kampf an. Die zwei digitalen Kinderbücher können auf meiner Homepage kostenlos heruntergeladen werden.


Wo kann man mehr von dir sehen?

Auf www.helene-uhl.de

Bei Instagram
Für Kids: @zeitverreibaer
Für Erwachsene:@uhlillustration

Und direkt in meinem Atelier: Leinwebergasse 4-6 in 60386 Frankfurt Fechenheim.

Danke, Helene, für das wunderbar entdeckungsreiche Fenster! Habt Ihr es schon live bei uns bei esistfreitag gesehen? Mehr Frankfurter Künstler:innen begegnet Ihr übrigens hier.

Und hier könnt Ihr den Entstehungsprozess nochmal im Video sehen:

CategoriesAllgemein
Vicky

Mitgründerin. Eigentlich Musikerin, daher eine große Liebe für Strukturen. Pedantisch, neugierig und Handcremesüchtig. Hört und sieht alles, lässt es sich aber nicht anmerken. Immer hungrig. Mag an Frankfurt die Kontraste und die Echtheit, nur ist es ihr zu weit weg vom Meer.