So wohne ich: Zu zweit in der Altstadt

So wohne ich: Zu zweit in der Altstadt

 

Wir sind ja neugierig. Und wollten schon immer wissen, wie die Frankfurter wohl so wohnen. Wie lebt man in einer 6er-WG mitten im Bahnhofsviertel? Wie sieht die Wohnung eines Investmentbankers am Westhafen aus? Wie wohnt die nette Familie im Nordend oder ein Pärchen im Gallus?

Also haben wir uns auf die Suche gemacht und zeigen Euch nach und nach – auch im Blog – typische und untypische, eben: Frankfurter Wohnungen.
Diesmal sind wir mitten in der Altstadt... Wenn wir ehrlich sind, wir waren erstmals ein wenig geflasht, wie man die laute Umgebung und die ganze Stadthektik jeden Tag ertragen kann. Möchte man die Stadt wirklich direkt vor der eigenen Haustür?
Die Wohnungstür öffnet sich, wir werden von zwei netten Menschen begrüßt und in ihr Zuhause gelassen. Alles Weitere lassen wir sie selbst erzählen:


„Gar keine so leichte Sache: etwas über die eigene Wohnung zu sagen, sich mit anderen Augen in den eigenen vier Wänden umzuschauen. ‚Mittendrin‘ trifft die Lage unserer Wohnung wohl am besten. Gleich um die Ecke vom Römer, begleitet uns das Läuten des Frankfurter Kaiserdom unüberhörbar durch den Tag.
Aus der Haustür raus sind wir innerhalb von drei Minuten Teil des Trubels der Innenstadt und wandeln an Touristen- und Shoppingströmen vorbei zum Einkaufen.

Es ist etwas kurios, dort seine Alltagslebensmittel zu kaufen, wo die ganze Zeil zum Shoppen ist. Wir kaufen Brot und Milch, die anderen Energydrinks oder einen Shoppingpausensnack.
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Das ist manchmal schön, manchmal nervig, in jedem Fall immer eine volle Dröhnung Frankfurt. Dennoch – oder gerade deswegen? – ist die Wohnung unser Rückzugsort, bei dem man die Stadthektik auch gut mal Stadthektik sein lassen kann. Klar, nachts Betrunkene unterm Fenster schreien zu haben, ist nicht immer cool, aber manchmal immerhin sehr unterhaltsam.
Dafür brauchen wir kein Auto und können fast alles Nötige zu Fuß und innerhalb von wenigen Minuten erreichen und erledigen. Wir können auch ohne Sorge irgendwo in der Innenstadt ein paar Drinks nehmen und müssen für das Heimkommen nicht auf die letzte oder erste Bahn warten.


Der Main ist ganz nah, zum Joggen gehen oder Spazieren. Egal wie platt man abends ist, man braucht nur ein paar Schritte und kann seinen Feierabend auf einer Decke mit dem Blick auf das Wasser und die Skyline genießen.

Das Mainufer ist also unsere Terrasse.

Denn das ist der Haken der Wohnung: sie hat keinen Garten und auch keinen Balkon. Das hält uns aber nicht davon ab, uns hier eine grüne Oase zu schaffen – nur eben drinnen. In unserem Indoorgarden wachsen kleine Palmen für das urlaubshafte Auftankgefühl und – fast noch wichtiger: diverse Küchenkräuter. Auch eigene Tomaten können wir ernten, dem vielen Licht sei Dank.

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Unsere Wohnungseinrichtung ist eher zusammengewürfelt. Von fernen Reisen Mitgebrachtes, von Freunden Geschenktes oder von Verwandtschaft Geerbtes steht in simplen Ikearegalen.

Frisch und neu gekaufte Möbelstücke stehen neben alten, die von Vormietern übernommen wurden oder wundervolle Fundstücke aus Kellern und von Flohmärkten sind.

Manches bauen oder funktionieren wir auch einfach um. Die Platte vom Sofatisch war übrig, und wir haben zwei alte Weinkisten darunter festgeschraubt: fertig ist ein individueller, fast kostenloser Couchtisch. Uns ist wichtig, dass Möbel und Dekoration Geschichten erzählen – selbst wenn es die von Fremden sind (und selbst wenn wir uns die Geschichten dazu selbst ausgedacht haben). Um diese liebgewonnenen Teile in all ihrer Buntheit wirken zu lassen, sind die Farben drumherum möglichst schlicht gehalten. Holz, Grau und Weiß bestimmen die ganze Wohnung.

So fühlen wir uns genau richtig. Hier bleiben wir hoffentlich noch eine Weile.“


Danke für diesen Einblick in Euer Leben und Euer Zuhause in Frankfurt!

Habt Ihr Lust, Eure Wohnung zu zeigen? Dann meldet euch unter hallo@esistfreitag.de oder per Kontaktformular. Keine Sorge, Gesichter gibt es bei uns nicht zu sehen, jeder soll sich sein Bild machen anhand der Wohnung.

 
Waffeln & Zimtschnecken

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DIE NEUN: Orte in Frankfurt, an denen Frankfurter nie sind

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