Fundstück #5: Der ungewollte Bürostuhl

Fundstück #5: Der ungewollte Bürostuhl

 

Ein Bürostuhl steht mitten auf dem Gehsteig in Sachsenhausen. Verlassen, verstoßen, nicht gewollt. Es könnte sich um ein Kunstwerk handeln, das die drohende soziale Isolierung einer in Frankfurt stark vertretenen Berufsgruppe in das öffentliche Bewusstsein rücken will.

Es sind doch auch nur Menschen, die ihren Job machen... Aber nein, da steht auf einem Zettel: „Zu verschenken!“ Hier will jemand etwas loswerden, und das zum Wohle aller. Sharing is caring nennen das hippe Menschen mit Bärten oder Buns oder beidem. Das funktioniert so: In meinem Haus legen die Nachbarn alles, was sie nicht mehr brauchen, auf den Briefkästen ab. Eine schöne Idee. Reduziert den Entsorgungsstress und bereitet den Mitmenschen Freude. Die Erfahrung zeigt, dass praktisch alles mitgenommen wird, was nicht selbst weglaufen kann.

Hingestellt wird ohnehin ohne jede Hemmung. Im Februar 2018 beispielsweise drei Wandkalender für das Jahr 2017; selbst die waren relativ schnell verschwunden (vielleicht wegen der Bikini-Models darauf). Umso erstaunlicher ist das Schicksal dieses Bürostuhls in der Frankfurter Innenstadt. Zwar steht er da ohne Bikini-Model, aber immerhin funktionsfähig. Trotzdem hat sich jemand die Mühe einer Antwort gemacht:

„Will keiner haben! Wegräumen!“

Na gut. Bürostühle in Frankfurt zu entsorgen ist natürlich ein bisschen wie Eulen in Athen auszusetzen. Oder so.

 
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