Fit mit Baby: Mama-Fitness-Kurse

Fit mit Baby: Mama-Fitness-Kurse

 

Foto: LAUFMAMALAUF

Sport und Baby, gar nicht leicht unter einen Hut zu bekommen. Wie gut, dass es genau dafür Angebote gibt. Drei habe ich getestet und berichte Euch mal:


Mami-Fit: Ganzkörpertraining mit Kinderbetreuung


Als ich den Raum betrete liegen die ersten Kinder schon auf den Matten bei der Kinderbetreuung. Komisches Gefühl den kleinen Mann zum ersten Mal richtig abzugeben. Meine Rückbildung ist vorbei und ich will natürlich fit werden! Da bietet sich doch genau dieser Kurs an: „Mami-Fit“. Es gibt „Mami-Fit“ von verschiedenen Anbietern, z.B. in Geburtshäusern oder Physiotherapie-Praxen. Ich habe mich für die Frankfurter Turngemeinschaft in Bockenheim entschieden. Mitgliedsbeitrag plus Kursgebühr von 72 Euro (99 Euro wenn man kein Mitglied ist), für 8 Einheiten finde ich persönlich absolut ok!

Los geht’s! Trainerin Lucie ist gut drauf und schon schwinge ich mich im Step-Touch über den Boden und wärme mich auf. Mit gut zehn anderen Muttis bewegen wir unsere Körper zur Musik von Luis Fonsi (Despacito) und dann geht’s zu den Gewichten. Erst mal 1-2 kg Hanteln,  mahnt uns Lucie – nicht zu schwer beginnen. Dann gibt’s diverse Armübungen, schließlich muss man ja auch die schweren kleinen Babys den ganzen Tag rumschleppen, dafür braucht man Muskeln! Auch die Beine kommen nicht zu kurz. Auf dem Stepper nehmen wir erst mal bequem Platz, die ersten denken schon an ausruhen, aber Lucie bleibt hart, Oberschenkelmuskeltraining vom Feinsten! Das Bauchtraining gehen wir dafür ganz langsam an. Immerhin haben hier fast alle noch eine Rectus Diastase, das bedeutet, dass die vorderen Bauchmuskeln nach der Schwangerschaft noch einen Spalt breit offen stehen. Um richtig den Bauch zu trainieren, sollten sie geschlossen sein. Fachmännisch kontrolliert Lucie unsere Bauchmuskeln und gibt jeden einen Hinweis, was er schon trainieren darf und was nicht. Ich darf schon ein wenig mehr trainieren. Die Babys liegen übrigens recht entspannt bei zwei lieben Betreuerinnen, die sich nur um die Kleinen kümmern. Mit Spielebogen, Pezziball und Rassel werden sie die komplette Stunde bespaßt, so dass Mutti auch mal ein bisschen Zeit fürs Training hat.

Zum Schluss noch 3-4 Mal richtig tief durchatmen (brauch man auch für den restlichen Tag mit Baby) und schon haben wir eine Stunde trainiert.

Fazit: Absolut empfehlenswert nach der Rückbildung! Gutes Training, persönlich abgestimmt auf die Bedürfnisse. Wenn man schon mehr machen möchte, zeigt Lucie schon die schweren Übungen. Die Kinderbetreuung ist goldwert! So kommt man endlich mal dazu Sport zu machen.

Kanga:
Mit der Trage

Hört sich erst mal komisch an, bezeichnet aber das Training mit Babys in einer speziellen Trage. Es gibt unzählige Modelle, von Manduca über Ergobaby bis Didymos. Eine eigene Trage sollte man für den Kurs dabei haben. Kanga kommt von Känguru und ist noch eine recht neue Sportart. Eine Personal Trainerin hat das Konzept in Österreich entwickelt. Sie wollte gerne wieder Sport machen, aber ihr Baby ließ sich nicht ablegen, also hat sie ihr Baby eben am Körper festgemacht. Mittlerweile gibt es das Training in über 25 Ländern.

Natalie ist seit diesem Jahr Kanga-Trainerin und hat selbst zwei Kinder. Gerade ist sie mit dem Dritten schwanger. Genau wie wir hat auch sie hat immer ihre Trage an, damit sie mit uns Mamis mitfühlt. Zu Beginn haben wir die Kinder erst mal auf dem Arm und wärmen uns ein wenig auf. Natalie hat dafür eine kleine Choreografie ausgearbeitet, nach 5-10 Minuten geht es auf die Matten: Bauchmuskeltraining! Ganz wichtig und wir machen es zu Beginn, da danach die Babys in die Tragen kommen. Natalie integriert die Kleinen bei diversen Übungen, so dass man gleich mal mit seinem ganz persönlichen 8kg (oder mehr)-Gewicht trainiert. Manchmal werden die Babys ersten jetzt schon quengelig, so wie mein Sohn...Er liebt es eben in der Trage zu sein – dafür mache ich den Kurs ja auch.

Und los geht’s mit den Kindern vorm Bauch oder auf dem Rücken. Wir fliegen in schnellen Schritten durch den Raum des Tanzstudios, immer so, dass es für uns und die Kinder in der Trage noch angenehm ist, aber schon sehr fordernd! Nach wenigen Minuten kommt man schon ganz schön in schwitzen! Natalie meint, man könne bei einer Stunde Kanga bis zu 800 kcal verbrennen! Wer träumt nicht davon ohne Reue danach ein leckeres Stück Kuchen essen zu dürfen... Und das verdiene ich mir in der Stunde auch! Zu aktueller Musik hat Natalie jeweils pro Song eine (einfache) Choreografie erarbeitet. Am Ende gibt es die beliebten Repeater, das bedeutet, eine bestimmte Abfolge an Bewegungen (z.B. „Kneelifts“) wird zu einem Song immer wieder wiederholt. Dabei stehen wir im Kreis und lächeln uns mit verschwitzen Gesichtern an. Noch 8, 7, 6, 5 ... und dann ist es geschafft! Beim Cool Down und Streching sind die meisten Babys schon selig am Schlummern. Das ist nämlich der beste Nebeneffekt: wenn ein Baby die Trage mag, wird es beim Kurs recht zuverlässig einschlafen, durch die rhythmischen Bewegungen, die die Mamas vollführen. Und ganz wichtig: ganz am Ende gibt es eine kleine Einheit mit Beckenbodenübungen, denn der wird gerne mal vernachlässigt.

Fazit: Für Mamas, deren Babys gerne nah bei ihnen sind (wie mein Sohn auch), ist Kanga die perfekte Sportart. Nach dem Kurs müssen T-Shirt und Body (der Babys) gewechselt werden, weil man so durchgeschwitzt ist. Der Kurs ist wirklich für alle geeignet, auch wenn man ein kleiner Choreografie-Muffel ist wie ich – wirklich jeder kann sich diese kleinen Abfolgen merken.


Laufmamalauf:
Training mit Kinderwagen

Bei diesem Kurs war ich mir zu Beginn am unsichersten. Training mit Kind im Kinderwagen. Mein Sohn hat den Kinderwagen am Anfang gehasst! Keine fünf Minuten drin, schon ging das Gebrüll los. Aber wir haben geübt und mittlerweile ist er eine ganz Zeit lang glücklich im Lammfell-gepolsterten Wagen. Also habe ich mich für eine Probestunde angemeldet. Trainerin Marlit war auch direkt ganz verständnisvoll und meinte, das Training gehe nicht nur mit Kindern im Kinderwagen, sie habe auch viele Mamas, die ihre Babys im Laufe des Trainings in die Trage nehmen oder komplett mit Kind in der Trage trainieren.
 

Wir treffen uns freitags vormittags im Günthersburgpark. Bis ich die Truppe gefunden habe dauert es ein wenig, aber dann geht es direkt los. Kleine Jogging- oder Walking-Einheit mit den Babys um warm zu werden. Das Wetter ist an diesem Herbsttag top, aber auch im Winter wird trainiert. Sollte es regnen oder schneien, trifft man sich an einem Unterstand. Nach der kurzen Aufwärmrunde ist mein Baby schon das, was am lautesten weint, also ab mit ihm in die Trage. Wir machen verschiedene Kräftigungsübungen für die Arme und Beine und Marlit baut das Ganze wie eine Art kleines Zirkeltraining auf. Es gibt verschiedene Stationen – neben Armen und Beinen werden auch Rücken und Bauch trainiert. Nach einer Übungseinheit gibt es auch immer einen kleinen Cardio-(=Ausdauer)-Teil gibt: man kann mit dem Kinderwagen (oder wie ich mit Sohnemann in der Trage) eine kleine Runde joggen oder gehen, um dann die nächste Muskelgruppe zu trainieren. Das Schönste am Training ist, dass wir alle draußen in der Natur sind. Für die Kleinen auch gerade wenn es kälter wird total wichtig und die frische Luft tut auch den Mamas gut. Am Ende trainieren wir den Bauch am Boden, bzw. ich im Stehen mit einem Gymnastikband, da mein Baby gerade endlich seinen Kopf abgelegt hat und friedlich schläft.

Fazit: Super Training für alle Mamas, deren Kinder den Kinderwagen gern mögen, aber auch mit Baby in der Trage machbar. Als Kursorte gibt es den Günthersburgpark und das Mainufer. Es gibt auch einen speziellen Babytrage-Sport-Kurs von Laufmamalauf, der wird aber leider aktuell in Frankfurt nicht angeboten.

 
Wunderbarer Freitag #1: esistfreitag bei Liebesdienste

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Der Frankfurter November 2018 in Bildern

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