Olivia und das Bier

Olivia und das Bier

Auf ihrem Instagram-Account (www.instagram.com/olivia.drinksbeer) zeigt die Wahlfrankfurterin Olivia Pelz Craft Beer aus aller Welt. Das ist nicht nur lecker, sondern auch verdammt hübsch anzusehen. Uns hat sie erzählt, wie es dazu kam.

Weißt du noch, wann du das erste mal ein Craft Beer getrunken hast?
Ganz genau kann ich das nicht sagen. Es kommt auch ein bisschen darauf an, was man genau unter Craft Beer versteht. In meiner Heimat Thüringen habe ich sicher schon vor über zehn Jahren mal ein handwerklich gebrautes Bier aus einer kleinen Brauerei getrunken ohne dabei überhaupt jemals von Craft Beer gehört zu haben. Ich war auch vor ein paar Jahren schon immer mal wieder im naïv und habe dort Biere vom Fass getrunken… ohne zu realisieren, dass es dort um Craft Beer geht.

Wie ist daraus so eine Leidenschaft geworden?
Bier trinke ich schon lange sehr gerne, aber das Interesse an den verschiedenen Stilen und Craft Beer als solches entwickelte sich tatsächlich erst durch meinen Instagram Account. Vorher habe ich zwar auch schon immer lieber Bier als Wein, Sekt oder Cocktails getrunken, aber mit einem „normalen“ Pils war ich schon zufrieden und hielt es, ehrlich gesagt, gar nicht für nötig mal über den „Bierglasrand“ zu schauen. Das änderte sich schlagartig durch den Instagram-Account. Durch die vielen anderen Bier-Accounts und vor allem die Bilder von den verschiedensten Bieren und Stilen wurde mir plötzlich klar, dass es so viel mehr gibt als Beck’s und Binding oder Pils und Stout – wobei mir da wirklich auch nur Guinness ein Begriff war. Ich las das erste Mal bewusst von IPA, Pale Ale und Craft Beer überhaupt. Das wollte ich dann natürlich auch alles probieren und so nahm die Sache ihren Lauf.

Ich trinke auch heute noch gern ein Büble oder Beck‘s am Wasserhäuschen, aber wenn ich irgendwo die Wahl habe, entscheide ich mich lieber für ein Craft Beer, das ich noch nicht kenne oder das mir in guter Erinnerung geblieben ist.

Wie kam die Idee zu deinem Instagram-Profil?
Ich habe mit einem ganz normalen Instagram Account angefangen und fotografiert worauf ich Lust hatte – alles ziemlich wahllos und durcheinander. Nachdem ich dann mal einen Artikel über Instagram Accounts gelesen hatte, die sich einem Motto widmen und nur Bilder zu bestimmten Themen posten, kam mir sofort der Gedanke, das mit Bier zu machen. Ich lud ein paar Bilder hoch, habe nach passenden Hashtags gesucht und war echt überrascht, wie viele Bier-Accounts es schon gab. Als ich dann gemerkt hatte, dass die Resonanz ganz gut war und ich immer mehr Likes und Follower bekommen habe, hat mich das echt motiviert da dran zu bleiben und regelmäßig zu posten.
 

Wie entdeckst du die vielen verschiedenen Biere?
Von Anfang an habe ich viele Biere und Brauereien über Instagram entdeckt. Wenn ich dann in einen Laden oder eine Bar komme und Biere oder Brauereinamen sehe, von denen ich schon gelesen habe oder Bilder im Feed hatte, entscheide ich mich häufig erstmal für diese. Ansonsten lasse ich mich schon eher optisch über das Label oder tatsächlich auch kreative Namen dazu verleiten, mir Biere genauer anzuschauen. Im Urlaub frage ich dann auch häufig nach lokalen Bieren, weil diese mich dann am meisten interessieren.

Auf deinem Profil sieht man immer wieder tolle Urlaubsfotos - natürlich mit Bier. Suchst du mittlerweile deine Urlaubsziele nach ihrer Craft Beer-Tauglichkeit aus?
Ganz so weit ist es noch nicht, aber tatsächlich steht Berlin jetzt wieder eher auf meiner Liste, weil es dort so eine riesige Vielfalt an Craft Beer gibt. Ansonsten ist es so, dass ich, nachdem ein Städtetrip oder Urlaub gebucht ist, bei Google Maps eine Karte mit Orten erstelle, wo man laut Internet gut Craft Beer trinken und kaufen oder auch mal eine Brauerei besichtigen kann. Ich gebe allerdings zu, dass ich diese Karten mittlerweile häufig erstelle, bevor ich mich überhaupt mit Sehenswürdigkeiten auseinander gesetzt habe ;-)

Grundsätzlich bin ich bei Craft Beer für Mut zum Experimentellen und begrüße auch etwas verrücktere Kreationen, auch wenn diese dann vielleicht nicht unbedingt ein neues Lieblingsbier werden.

Was macht für dich ein gutes Craft Beer aus? Hast du einen Favoriten?
Für mich ist das immer eine schwierige Frage, weil ich denke, eine ganz schlaue Antwort geben zu müssen. Eigentlich halte ich es damit nämlich ganz simpel: Es muss mir einfach schmecken und dann ist es für mich auch gut. Grundsätzlich bin ich bei Craft Beer aber schon für Mut zum Experimentellen und begrüße auch etwas verrücktere Kreationen, auch wenn diese dann vielleicht nicht unbedingt ein neues Lieblingsbier werden. Es ist aber einfach spannend zu sehen, was so alles möglich ist. Ich tue mich immer sehr schwer konkrete Biere zu benennen, weil ich zwischenzeitlich einfach schon so viele verschiedene und auch richtig gute Biere probiert habe, aber das Pepper Pils von Welde ist ein all time favourite, das immer geht und Backbone Splitter von Hanscraft ist ein sehr gutes, solides IPA. Beide Biere habe ich hier schon im Supermarkt gesehen, so dass man sie mal probieren kann.

Was empfiehlst du Craft Beer-Neulingen? Wie kann man sich am besten rantasten?
Es kommt darauf an, wie experimentierfreudig man ist und auch wie offen man Craft Beer überhaupt gegenübersteht. Man sollte sich auf keinen Fall gleich abschrecken lassen, wenn man anfangs etwas erwischt, was einem nicht so schmeckt. Als erstes würde ich aber überlegen, was ich bisher schon an Bier gut finde. Mag ich zum Beispiel eher ein herbes oder süffiges, leichtes Pils oder sollte es lieber malzig schmecken. Dann kann man sich in einer guten Bar oder einem Shop dahingehend beraten lassen. Teilweise findet man in den Bierkarten von Bars und Restaurants oder auf den Bieretiketten selbst Beschreibungen, die viel über Aroma, Bitterness und Alkoholgehalt verraten. Hilfreich finde ich oft auch die IBU (International Bitterness Unit) Angabe – je höher der Wert, desto bitterer schmeckt dann auch meistens das Bier.

Wo lässt sich in Frankfurt am besten Craft Beer shoppen?
Ich persönlich habe das Glück, den Kiosk 45  in der Wiesenstraße direkt in der Nähe zu haben. Das Angebot ist einfach riesig und man findet bei fast jedem Besuch irgendetwas Neues, teilweise Biere, die ich vorher noch nie gesehen habe. Der Bottle Shop vom naïv ist für mich so der Trend-Laden, weil man dort sehr vieles findet, was gerade angesagt ist. Im Skyline Plaza gibt es eine gut sortierte Filiale der Bierothek und ein paar Getränkemärkte haben auch das ein oder andere Craft Beer im Angebot. Wer einfach mal interessehalber ein Craft Beer probieren möchte, wird mittlerweile sogar in manchen Supermärkten (z.B. im Rewe) und am Kiosk fündig.

Und wo kann man es am besten genießen?
Meine persönlichen Top 3 sind das naïv, Wir Komplizen und Braustil . Das naïv ist nach wie vor eigentlich die Top-Adresse, weil man durch die zentrale Lage schnell dort ist und die Bierkarte sehr lang und auch sehr vielseitig ist. Leckeres Essen gibt es auch. Ähnlich ist es bei Wir Komplizen im Nordend. Es gibt zwar nicht ganz so viele verschiedene Biere wie im naïv, aber doch einige und teilweise sind auch richtige Schätze dabei, die man sonst nicht bekommt. Braustil habe ich mit aufgenommen, weil man hier, gerade wenn es wärmer ist, gemütlich draußen sitzen kann und die Biere nicht nur vom Fass, sondern eben auch direkt von der Brauerei genießen kann.

Schaut mal bei Olivia vorbei: www.instagram.com/olivia.drinksbeer

Die Besten Orte zum Craftbeer-Shoppen:

Kiosk 45
Wiesenstraße 45
60385 Frankfurt-Bornheim

naïv Bottle Shop
Fahrgasse 4
60311 Frankfurt-Innenstadt
www.naiv-frankfurt.de/STORE

Bierothek
Skyline Plaza (Europa-Allee 6)
60327 Frankfurt
www.bierothek.de/stores/frankfurt


Die Besten Orte zum Craftbeer-Genießen:

naïv
Fahrgasse 4
60311 Frankfurt-Innenstadt
www.naiv-frankfurt.de

Wir Komplizen
Egenolffstraße 17
60316 Frankfurt-Nordend
www.wir-komplizen.de

Braustil
Oeder Weg 57
60318-Nordend
www.braustil.de

Schon immer da: Schuhmacher Lenz

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