Frankfurter Fundstück #9: Hometrainer

Frankfurter Fundstück #9: Hometrainer

 

Anrührend, dieses Fundstück: Auf dem Gehsteig steht ein Ergometer. Ein Hometrainer. Ein Heimfitnessgerät. Sinnbild für aufgegebene Ambitionen. Sein Weiß ein wenig vergilbt, aber so schnittig und dynamisch anmutend, als wollte es losfahren, oder eben bewegt werden. Nur steht es da ganz allein, selbst von der Sperrmüllabfuhr verschmäht. Als wäre es seine Schuld, dass es mit dem knackigen Hintern nicht geklappt hat.

Mir ist lebhaft in Erinnerung, wie beliebt die Dinger in den 90er Jahren waren. Bestellt an einem Sonntagabend aus dem Katalog (echtes Papier) oder übers Telefon (Festnetz, mit Schnur) beim Homeshopping Kanal im Fernsehen (Röhrenbildschirm), während die belegten Brote warteten (voller Gluten).

Erst Symbol sportlichen Ehrgeizes zum Angeben vor Freunden und Verwandten, nach 8-10 Wochen dann im Schlafzimmer für immer unter Bügelwäschebergen begraben.

So ist das sicher auch 2019 noch.

Vielleicht aber ist dieses Exemplar auch Opfer des Frankfurter Wohnungsmarkts geworden: Wer hat hier schon das Geld, sich eine Wohnung zu leisten, in der ein Hometrainer Platz findet? Oder ein Berg Bügelwäsche? Das erklärt vielleicht den Yoga-Hype: Die Yogamatte lässt sich zusammenrollen, die neue Flexibilität hilft beim Leben auf kleinem Raum, und der knackige Hintern ... ach, was soll ich sagen ...

 
Tipps für das Leben mit Hund in Frankfurt

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Der Frankfurter Februar 2019 in Bildern

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