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Raum für junge Kunst: ein Besuch bei basis

Frankfurt ist bekannt als die Stadt der Gegensätze – sie beherbergt nicht nur gläserne Banken und Hochhäuser, sondern ist auch Heimat von traditionsreichen Kunstsammlungen wie dem Städel und dem Liebieghaus. Fans von Gegenwartskunst kommen mit Museen wie dem Museum für Moderne Kunst (MMK) oder der Schirn Kunsthalle auf ihre Kosten, eine junge Kunstszene mit Galerien, Kunsträumen und Off-Spaces rundet dies ab.

Eine dieser Örtlichkeiten ist »basis« mit Hauptsitz in der Gutleutstraße 8-12 des Frankfurter Bahnhofsviertels. Doch die 2006 von Jakob Sturm und Felix Ruhöfer gegründete »basis« ist viel mehr als nur Produktions- und Ausstellungsplattform: Der gemeinnützige Verein bietet darüber hinaus Förderprogramme für junge Künstler an, stellt rund 125 kostengünstige Ateliers und unterstützt damit Kreative bei ihren ersten Schritten. »Man findet eigentlich nirgends ein Atelier, das so günstig und zentral ist wie ›basis‹«, sagt Jan Münz vom Grafikdesign-Kollektiv Profi Aesthetics, das er gemeinsam mit Benjamin Franzki und Philipp Möller führt. Alle drei sind bzw. waren auf der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG): »Für viele HfG-Studenten und -Ab- solventen ist der erste Schritt zu ›basis‹ fast schon logisch – dadurch sind viele Freunde von uns hier«, erklärt Jan.

Mit Vermittlungsprogrammen wie »basis.nah« legt »basis« außerdem einen großen Fokus auf Kinder und Jugendliche. Gruppen, Schulklassen und Studierende erhalten dabei Einblicke in aktuelle Ausstellungen sowie in ausgewählte Künstlerateliers. Den Künstlern kann man über die Schulter schauen und sie nach Herzenslust mit Fragen löchern. »Wir wollen Kindern zeigen, wie viel Spaß Kunst machen kann, und dass Kunst im Hier und Jetzt geschieht – alles auf Augenhöhe«, erklärt Laura Wünsche von »basis«.

»basis« ist zudem genauso international wie die Stadt Frankfurt. Das »AIR_Frankfurt« Programm etwa fördert im Rahmen von dreimonatigen Künstlerresidenzen mit Partnerstädten in Helsinki, Antwerpen, Straßburg, Seoul und Kuala Lumpur den internationalen Austausch. »Jede Kreativszene dieser Welt funktioniert anders – das zu durchmischen ist unglaublich spannend«, erzählt Laura.

So international es auch zugehen mag, verglichen mit Berlin ist die Frankfurter Kunstszene viel kleiner – doch genau das bringt Vorteile: »Dadurch, dass die Szene super klein ist, kennt man sich und kann sich hier sehr schnell mit anderen connecten«, erklärt Jan.

Dem nur zustimmen kann auch Nadine Kolodziey, die zur Bahnhofsviertelnacht 2018 ihre »Undrawn Drawing Tour« im »basis«-Projektraum in der Elbestraße startete.

»Frankfurt ist wie ein Underdog-Powerhouse«

sagt Nadine während sie in ihrem begehbaren Kunstwerk steht, das eine Mischung aus digitaler und analoger Kunst ist. Die farbenfrohen Collagen, die unter anderem Pinguine, Baustellen und Tulpen zeigen und auf lebensgroße Styropor-Skulpturen projiziert werden, sind das Ergebnis ihres Online-Aufrufs, der daraus bestand, ihr Emojis zu schicken, die man mit Frankfurt asoziiert. »In der Frankfurter Kunstszene geht es weniger um Show-Off, die Leute arbeiten mehr – hier wird produziert, um voran zu kommen«, sagt die HfG-Absolventin, die zwischen Frankfurt und Berlin pendelt. Mit ihrem »Undrawn Drawing« geht die junge Künstlerin auf Tour, Berlin und Hamburg sollen bald folgen – und dennoch war ihr wichtig, dass die Tour in Frankfurt ihren ersten Stop macht. Hier, im Rhein- Main-Gebiet, wo Nadine aufgewachsen ist, ihren Abschluss an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach machte – hier, wo alles anfing.


basis
Gutleutstraße 8-12
60329 Frankfurt am Main
www.basis-frankfurt.de

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Johanna

Kunstbegeisterter Schreiberling. Gebürtige Frankfurterin. Reiselustig.
Liebhaberin der elektronischen Tanzmusik. Von Musik allgemein.
Mag Schwarz und Weiß. Und ihre Pflanzen. Essen wird erst verputzt nachdem es fotografiert wurde. Apfelwein gibt’s hier nur pur.