Ein Tag im Leben von: Ramp Agent Timo

Ein Tag im Leben von: Ramp Agent Timo

 

Fotos: Juri Loose www.juriloose.de

An Deutschlands größtem Flughafen herrscht Dauerbetrieb: Ein Passagierrekord jagt den nächsten, 2018 ist erstmals in der Geschichte des Frankfurter Flughafens die 70-Millionen-Marke in Sicht. In Worten: Siebzig Millionen beförderte Menschen, rund 200.000 pro Tag. Über 20.000 emsige Fraport-Mitarbeiter arbeiten rund um die Uhr, um dieser Herkules-Aufgabe gerecht zu werden. Einer von ihnen ist Timo Schwamberger. Der 27-jährige Ramp Agent gewährt uns Einblick in seinen Berufsalltag:

“Als Ramp Agent am Frankfurter Flughafen trage ich – Hand aufs Herz – eine enorme Verantwortung. Aber: Ich trage sie gerne und gewissenhaft. Zu meinen Aufgaben gehört, kurz gesagt, die Überwachung sämtlicher Arbeiten am Flugzeug, während es steht. Konzentration, ein gewisses Tempo und Weitsicht gehört vermutlich zu den Kernkompetenzen in meinem Job. Denn ein Flugzeug, das steht, kostet Geld. Je zügiger die Abwicklung, also die Bodenabfertigung, desto schneller ist der Vogel wieder in der Luft. Als Ramp Agent prüfe ich die Be- und Entladung, bin der erste Ansprechpartner für Crew, Gate und die Passagiere und ich übergebe das »Fuelsheet«, anhand dessen der Tanker abliest, wie viel Sprit er wohin betanken muss. Erst meine Unterschrift gibt den Flieger frei zum Starten.

Mein Job fordert mich sehr, das liegt wahrscheinlich auf der Hand. Aber er gibt mir auch unglaublich viel zurück.

Ich schätze meine Kollegen und es ist immer wieder schön zu beobachten, wie sie täglich an ihren Aufgaben wachsen. Aus einigen Arbeitsbekanntschaften haben sich gute Freundschaften entwickelt. Ich liebe die Arbeit am Flughafen. Schon als Kind wollte ich Pilot werden, und wer einmal Kerosin schnuppert, kommt davon nicht mehr los (lacht.) Nein, im Ernst: Es ist eine bereichernde Tätigkeit. Was sie einem abverlangt, zahlt sich unterm Strich immer aus.

Foto:  Juri Loose

Zuerst mal braucht es jede Menge Engagement. Ich habe eine Ausbildung zum Luftverkehrskaufmann absolviert, bevor ich meine Weiterbildung zum Ramp Agent abgeschlossen habe. Der Job eignet sich aber auch für den Quereinstieg. Man muss dazu bereit sein, sein Leben nach Schichtarbeit auszurichten. Das fällt mir aber nicht weiter schwer. Teilweise fängt mein Tag schon um 4.30 Uhr an, um 14 Uhr, wenn ich Spät- dienst habe. Auf sieben Tage Arbeit folgen in der Regel drei bis vier freie Tage, die man großartig nutzen kann, um sich zu erholen und Kraft zu tanken. Ich wohne in der Nähe von Mainz im schönen Rheinhessen. Wenn ich mal in Frankfurt bin, verbringe ich meine Zeit am liebsten am Main oder bei einem Bummel durch die Innenstadt.

Eine weitere Herausforderung in meinem Job: das Wetter. Wir arbeiten hauptsächlich auf dem Vorfeld, draußen bei den Fliegern. Die Witterung juckt das natürlich nicht. Ob Gluthitze oder Schneegestöber – der Betrieb läuft weiter. Und überhaupt ist der Arbeitsalltag nicht ungefährlich. Deswegen ist große Umsicht unser oberstes Gebot. Klar, dass insbesondere Freunde oder, sagen wir, Außenstehende immer wieder Augen machen, wenn ich von meinem Job erzähle. Andererseits entspricht es auch meiner eigenen Auffassung, dass ich einen außergewöhnlichen Job ausübe – und darüber bin ich auch glücklich.

Für mich ist meine Position bei Fraport nicht bloß ein Abschnitt auf meinem Lebenslauf. Ich reise selbst gerne und viel und es macht mich stolz, dass durch meine Arbeit auch andere Menschen in den Genuss kommen, reisen zu können. Reisen heißt, Neues zu entdecken. Und jeder Tag in meinem Beruf, bringt mir Unmengen an neuen Erfahrungen, an Austausch mit anderen Menschen und Kulturen. Dieser Bereicherung werde ich vermutlich nie überdrüssig!”

Dankeschön, Timo, für diesen Einblick in deinen Alltag!

 
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