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Fischmarkt, Feinmarkt, dein Markt – Folge 1: Wie funktioniert Venos eigentlich?

Irre Vielfalt, Spitzenqualität, Kundennähe – die Arbeit bei Venos verlangt dem gesamten Team tagtäglich viel Hingabe ab. Leidenschaft, die sich lohnt, weiß die Geschäftsführerin. Wir haben Tatiana Leonhardt getroffen und mit ihr über den Frankfurter Traditionsbetrieb gesprochen.

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Fotos: Kim Ruppert

Augen zu, tief Luft holen – und die Sinne gehen auf Reisen. Mehr braucht es nicht. Das ist die hohe Magie der Kulinarik. Das Rascheln in den Olivenhainen, lange Nachmittage im Schatten blühender Zitronenbäume, Rebstöcke reihen sich wie Perlenschnüre über grüne Hügel, die warme Luft erzählt vom Meer. Essen schafft Erinnerungen. Und es gibt einen Ort in Frankfurt, der wie kaum ein zweiter und in beeindruckendem Umfang fast all die Rohstoffe unter einem Dach versammelt, aus denen sich unsere kulinarische Biografie speist.

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In Bockenheim, kurz vor der Stadtteilgrenze zu Rödelheim, ist der Lebensmittelspezialist Venos seit nunmehr einem Vierteljahrhundert ansässig. Die Spezialitäten kommen aus dem ganzen Mittelmeerraum. Der Fokus liegt dabei auf Produkten aus Italien, Griechenland, Frankreich und Spanien. Aberhunderte Flossen- und Schalentiere, Käse- und Fleischsorten, Weine und Pasta, Obst und Gemüse – sattessen könnte man sich hier, sattsehen nimmer!

Feinkost für alle

Versteckt in einem unscheinbaren Hinterhof sind bei dem Vollsortimenter Produkte aus vieler Herren Länder zu Gast – ein Elysium für Feinschmecker. Und für Gastronomen zugleich. „Unser Ziel ist immer die goldene Mitte“ schildert Tatiana Leonhardt. Die Geschäftsführerin ist seit mehr als fünf Jahren dabei und überblickt den Betrieb in allen Einzelheiten. „Wir beliefern rund 200 Restaurants und Gastro-Betriebe in ganz Rhein-Main – täglich und frisch“, so Leonhardt. „Aber natürlich versorgen wir auch Privatkunden, die bei uns im Laden ganz ohne Registrierung oder Kundenkarte einkaufen können.“

Die Zweigleisigkeit zeichnet Venos aus. Gleichzeitig schafft sie eine doppelte Herausforderung: An zwei Fronten, gewissermaßen, müssen verschiedene Wünsche von verschiedenen Kundengruppen erfüllt werden. Service- und Beratungsbedarf variieren von Gastronomen zu Großkunden zu Verbrauchern. Die einen sind preisbewusster, die anderen noch stärker auf Qualität bedacht. „Wir setzen jeden Tag alle Hebel in Bewegung, um unser Versprechen einzulösen, jedem einzelnen Kunden gerecht zu werden“, bezeugt Tatiana Leonhardt. Deshalb setzt sich der Venos-Fahrer, wenn ein Gastronom bei seiner morgendlichen Bestellung einen Strauß Petersilie vergessen hat, „natürlich am Nachmittag auch noch einmal ins Lieferfahrzeug“, so Leonhardt. „Und das ist auch gut so – langweilig wird es uns hier nämlich nie“, sagt sie und lacht.

Ein Arbeitstag im Schlaraffenland

Aber damit nicht genug: Jährlich besuchen die Geschäftsleitung und Produktchefs etliche Messen in ganz Europa. Man stöbert, verkostet, trifft Kollegen aus der Branche – und pflegt den Kontakt zu den knapp 100 angestammten Produzenten und Zulieferern vor Ort. Was gefragt und was im Kommen ist, weiß das Venos-Team genau.

Das Team, der Bockenheimer Genuss-Kader, besteht aus rund 40 Mitarbeitern – unter ihnen Lagerarbeiter, Fahrer, Bürokräfte. Frühs ab sechs Uhr wird kommissioniert. Die eingegangenen Bestellungen werden abgearbeitet, die Waren gepackt und in die Sprinter geladen. Dann treffen auch bei Venos wiederrum die ersten Lieferungen ein. Morgenstund’ hat Stress im Mund. Die Arbeitsabläufe unterliegen hier allesamt dem Gebot der Delikatessen.

Ab acht Uhr schließlich hat das Geschäft für Ottonormal geöffnet. Viele kommen regelmäßig. Einige zum ersten Mal, oft aus Neugier. Leer geht aber selten jemand raus, auch wenn ursprünglich gar nichts auf dem Einkaufszettel stand. „Insbesondere unsere Endkunden schätzen die Auswahl, das Sortiment mit dem gewissen Etwas“, erklärt Leonhardt. „Auch wenn sie zuhause noch reichlich Olivenöl oder Risottoreis auf Vorrat haben – bei uns finden sie besondere Waren jenseits von den Kaufgewohnheiten aus den Supermärkten.“

Nächstes Mal: Was gibt es eigentlich bei Venos?

Es klopft. Ein dynamischer Kerl mit Dreitagebart und wachen Augen steht im Türrahmen. Claudio Mascia, Tatiana Leonhardts „rechte Hand“, wie sie sagt, ist seit vier Jahren im Unternehmen und kennt das Sortiment – sage und schreibe 27.000 Artikel – wie seine Westentasche. Auf ein „buon giorno“ folgen ein fester Händedruck und dann eine aufregende Tour durch die Regalreihen der Fisch- und Feinmarkthalle.

Aus dem Staunen kommt man so bald nicht heraus. Unangefochtenes Highlight: Die Frischfischabteilung. Auf zerstoßenem Eis gebettet wartet alles vom tollkühnen Schwertfisch bis zur schüchternen Auster auf einen Abnehmer. Unterwegs lässt Claudio Mascia uns an dem Erfahrungsschatz eines kundigen Produkt-Profis teilhaben. Woran erkennt man ein gutes Öl? Was unterscheidet richtig guten Käse von Käse? Was ist das Geheimnis eines guten Weins? Woher weiß man, ob ein Fisch wirklich frisch ist?

Das alles und derlei mehr lest ihr in unserer zweiten Folge: Die große Feinkostrevue – was gibt es eigentlich bei Venos?

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Felix

Bonvivant.

Mehr als irgendeine Stadt lässt Frankfurt Felix' Herz höher schlagen. Sein Enthusiasmus für Bob Dylan provoziert mitunter offene Besorgnis. Einem achtbaren Lebenswandel steht obendrein noch seine Cinephilie im Wege. Aber kochen kann er.

Dem Chaos ist er näher als der Ordnung. Sofern das nicht eh ein und dasselbe ist. Genau wie Schreiben und Denken. Erwischt sich immer wieder bei Selbstgesprächen. Mit anderen unterhält er sich aber auch gerne.