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Nippon Connection Filmfestival 2019

Nippon Connection Festival Tisch

Vielleicht geht es Euch ja auch so: Das „Nippon Connection Filmfestival“ ist bei vielen, vor allem wegen der tollen Plakate, die schon seit vielen Jahren immer im Frühjahr leuchtend die Stadt zieren, bekannt.

Falls Euch dieses Event nichts sagt und Ihr Euch jetzt fragt, ob es einen Besuch wert ist, können wir Euch jetzt schon mal sagen: Aber sowas von!

Das Japanische Filmfestival Nippon Connection findet vom 28. Mai bis 2. Juni 2019 schon zum 19. (!) Mal in Frankfurt statt. Was Ende der 1990er Jahre eine einfachen Idee von zwei Studierenden der Frankfurter Goethe-Uni war, ist mittlerweile etwas Großes geworden – nämlich nichts weniger als das weltweit größte Festival für japanischen Film! Dass das Ganze auch noch von einem vorwiegend ehrenamtlichen Team gestemmt wird, ist bewundernswert.

Sechs Tage lang gibt es ein buntes Festivalprogramm im Mousonturm und dem Theater Willy Praml in der Naxoshalle, außerdem auch im Mal Seh’n Kino und im Filmmuseum. Und es ist für jeden etwas dabei:

Für Zuschauer und Filmfans:

Fangen wir mit dem Wichtigsten an: Selbstverständlich werden beim Filmfestival viele Filme gezeigt, nämlich über 100 Kurz- und Langfilme aus Japan. Bei einigen Vorführungen handelt es sich tatsächlich um Premieren in Deutschland, Europa oder sogar weltweit. Das Filmprogramm geht von Blockbustern und Animes über Dokumentarfilme bis zu Independent- und Retro-Filmen. Ganz besonders ist die Anwesenheit von Filmemachern aus Japan, so dass man direkte spannende Einblicke erhält und sich unter anderem bei den Podiumsdiskussionen persönlich austauschen kann.

Schwerpunktthema ist „Outlaws und Außenseiter – Filmische Einblicke in die Randzonen der japanischen Gesellschaft“. NIPPON CONNECTION will mit dem Medium Film eine andere, hierzulande vielen unbekannte Seite der japanischen Gesellschaft zeigen.
Preise werden natürlich auch verliehen: der “Nippon Cinema Award”, der “Nippon Visions Jury Award” und der “Nippon Visions Audience Award”. Für ersteren kann das Publikum seinen Lieblingsspielfilm aus 16 Filmen auswählen. Der Ehrenpreis, der “Nippon Honor Award”, geht dieses Jahr an Shinya Tsukamoto, der den Preis persönlich entgegen nehmen wird.

Nicht nur bewegte Bilder gibt es zu sehen. Auch die beiden Fotoausstellungen solltet ihr nicht verpassen: “The Automated Landscape” zeigt Bilder von Getränkeautomaten in Japan, auch die mitten im Nirgendwo. Und “Der Progress nach Jenseits” von Jumpei Tainaka im Naxosatelier zeigt Bilder aus Japan, bei denen die Zeit still zu stehen scheint.

Für Zuhörer:

Mit Filmvorführungen ist nur ein Bruchteil der Festivalaction genannt. Viele Workshops, Vorträge, Konzerte, Performances und Ausstellungen finden zeitgleich auch noch statt. Livekonzerte gibt es außerdem: Die 24-jährige Sängerin Haru Nemuri ist – wie sie selbst sagt, eine „singende ultimative Waffe“, irgendwo zwischen Alternative Rock, Hardcore und Rap. Das macht doch neugierig, oder? Filmmusik darf natürlich nicht fehlen: Das japanische Kino hat viele unvergessliche Melodien hervorgebracht. Der Pianist Shinnosuke Inugai wird Musikstücke aus Filmen wie “Prinzessin Mononoke”, “Merry Christmas Mr. Lawrence” und  “Your Name” spielen, unterstützt von der Musicalsängerin Mitsuru Kijo. Lieber etwas traditionellere Klänge? Auch das gibt’s: Mutsumi Aragaki aus Okinawa verzaubert Euch mit ihrer gefühlvollen Stimme und ihrem Spiel auf dem traditionellen Saiteninstrument Sanshin. Die jahrhundertealte Kunst des Taiko-Trommelnsführt wie letztes Jahr Ichitaro live auf der Bühne vor.

Für (Mit-)Macher:

Schaut zu, wie Yusuke Yokoi in einem Workshop die traditionelle Färbetechnik Bingata aus Okinawa vorstellt und färbt selbst auch Stoffe mithilfe von Schablonen und farbigen Pasten aus Reis. Beim Workshop Sashiko & Boro werden Stoffe mit japanischen Verzierungstechniken verschönert.
Besucht den Kimono-Workshop und lernt, wie man diesen über 4 Meter langen Gürtel zur Schleife formt. Oder vertont gemeinsam mit Film-Geräuschemacher Goro Koyama einen Kurzfilm. Beim Synchronisations-Workshop kann jede*r lernen, wie man Film- und Animefiguren sprecherisch eine Persönlichkeit gibt.

Apropos Stimme: Ihr singt gern, traut Euch aber nicht allein auf die Bühne? Dann ist der „Rudelkaraoke Goes Japan“ Abend am 1. Juni perfekt für Euch! Der ganze Saal singt gemeinsam und das wird sicher sehr lustig. Aus Pappkartons kann man auch Portemonnaies basteln. Wie genau das geht, könnt ihr Euch im Workshop des Künstlers Fuyuki Shimazu abschauen. Auch ein Manga-Zeichenkurs darf natürlich nicht fehlen.

Für die Foodies dagegen wäre doch mal spannend, Misopaste selbst herzustellen, oder? Das geht hier im Kochkurs. Außerdem kann man im Vortrag mehr über Umamu, den fünften in Japan entdeckten Geschmackssinn lernen.

Eventuelle Pausen zwischen Filmen und Workshops heißen übrigens nicht, dass man sich langweilen muss. Das Game Center wird Euch auf jeden Fall unterhalten!

Nippon Connection Workshop Tisch Filmfrühstück

Für Hungrige und Durstige:

Lust auf authentische japanische Küche? Verschiedene Gastronomen sind auch auf der Nippon Connection und servieren Euch Sushi, Takoyaki, Yakitori und Ramen. Japanische Süßigkeiten warten auf Euch, Sake kann verkostet werden, Grünen Tee und Matcha gibt es selbstverständlich auch. Und wer richtig Durst hat bei dem hoffentlich wunderbaren Frühsommerwetter probiert japanisches Bier mit Eishaube. Bier mit Eis? Also das werden wir unbedingt testen!

Nippon Connection Food

Für Shopper:

Ein Markt mit zahlreichen Verkaufsständen bietet Euch Japan zum Einkaufen an. An den vielen Ständen zwischen Moussonturm und Naxoshalle gibt es Filme – natürlich – Bücher und Kunsthandwerk. Außerdem erwarten Euch kleine Labels mit schönen japanischen Produkten aus den Bereichen Mode, Schmuck und Papeterie. Anzuschauen und zu kaufen gibt es also zum Beispiel Taschen und Accessoires aus antiken Kimono-Stoffen, Tuschemalereien, Töpferwaren und Origamipapier.

Auch wir werden mit einem kleinen “Frankfurt du bist so wunderbar”-Stand vor Ort sein!

Für Kinder:

Natürlich können auch Eure Kleinen das Festival besuchen und dort ihren Spaß haben. Eine Geschichtenerzählerin erzählt zum Beispiel spannende japanische Märchen und Sagen. Oder: Während aus dem Buch „Viele Grüße, Deine Giraffe“ der japanischen Autorin Megumi Iwasa gelesen wird, zeichnet Buchillustrator Jörg Mühle dann dazu live. “Bon Odori” gehört zu den traditionellen japanischen Volkstänzen, Kinder ab 6 Jahren können hier einen kurzen Tanz lernen. Und auch für die Jüngsten ist ein Filmvertonungsworkshop vorgesehen. Besonders beliebt wird sicher der Kochkurs, der zeigt, wie man die kleinen bunten Dagashis selbst herstellt.

Ihr seht, es wird bunt und spannend! Kommt vorbei!

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Vicky

Mitgründerin. Eigentlich Musikerin, daher eine große Liebe für Strukturen. Pedantisch, neugierig und Handcremesüchtig. Hört und sieht alles, lässt es sich aber nicht anmerken. Immer hungrig. Mag an Frankfurt die Kontraste und die Echtheit, nur ist es ihr zu weit weg vom Meer.