Venos
D

Die große Feinkostrevue – Folge 2: Was gibt’s eigentlich alles bei Venos?

Bei Venos in Bockenheim steht Genuss zum Verkauf. Die Palette exklusiver, handverlesener Waren ist immens. Wir treffen zwei gestandene Produkt-Experten: Claudio Mascia und Salvatore Pira. Ein Gaumenfreudengrundkurs.

Anzeige
Fotos: Kim Ruppert

Mehrere Herren in weißen Kitteln stehen behandschuht und leicht gebeugt über weißen Styroporboxen. Beim Anheben der Verschlussdeckel macht es ein leises Geräusch, irgendwo zwischen Rascheln und Quietschen. Kälte kriecht durch den Raum, schwach und heimlich, fast gar nicht richtig da. Sie sieht dem Stoßeis beim Schmelzen zu, während die weißen Herren einen Fisch nach dem nächsten aus den Boxen und auf lange metallene Anrichten packen.

Ein paar Türen weiter: Wir sind diesmal im Backoffice bei Venos in Bockenheim – einer echten Genusshandlung. Hier kann man shoppen wie die Profiköche, das haben wir schon beim ersten Besuch festgestellt. Der Lebensmittelspezialist bietet seit 25 Jahren Spezialitäten und Frischwaren für den Gastro- und Heimbedarf feil. Kerngeschäft sind Produkte aus dem Mittelmeerraum. Dabei beliefert Venos nicht nur mehrere Hundert Restaurants und Großküchen in ganz Rhein-Main, auch Verbraucher können auf den rund 1.800 Quadratmetern Ladenfläche nach Lust und Laune einkaufen.

Frische, Vielfalt – und Ahnung

Claudio Mascia kommt herein. Die Regalmeter und Kühlreihen, in denen die unzähligen erlesenen Delikatessen präsentiert liegen, kennt er wie Ollivander das Sortiment in seinem Zauberstab-Laden. Er zuppelt kurz seinen Fleece-Pullover zurecht, zieht einen Stuhl heran und nimmt mit uns Platz am Tisch.

Eben in der Weinabteilung habe ein Kunde um Beratung gebeten. „Das muss ich schon genau wissen“, schildert Mascia das Gespräch. „Zum selbst trinken? Oder als Geschenk – für die Freundin? Oder die Schwiegereltern?“ Man habe schließlich derzeit um die 700 Etiketten im Angebot. „Und das sind nur die Weine, die eine gewisse ‚Rotation‘ bei uns haben“, so Mascia. Allerwelts-Parameter wie rot, weiß, trocken, feinherb – damit kommt man nicht weit. Ähnlich wie in einer Maßschneiderei. Details stehen hier ganz hoch im Kurs. Nur so ist zu gewährleisten, dass tatsächlich jeder Kunde König ist.

Delikatessen demokratisch

Die Diversität der Zielgruppen gibt die Breite des Sortiments gewissermaßen vor. Ob Sushi-Meister, Hobbyköchin oder Grillwürstchenwender – bei Venos, so die Maxime, will man jedem Wunsch entsprechen können. Danach werden auch die Produkte ausgesucht. „Klar, Qualität steht an erster Stelle“, so Mascia. Aber das sei ja nichts Besonderes – „wer würde das von seinem Unternehmen nicht sagen?“

Ziel ist deshalb, das Thema Feinkost so demokratisch wie möglich zu gestalten. Jeder soll sich etwas gönnen können, ohne Kredit aufnehmen zu müssen. Gourmet – mit jedem Budget.

Mascia nimmt uns mit auf einen Rundgang durch die Halle. Käse, Wurst, Öle, Gemüse und Gewürze – soweit der begehrliche Blick reicht. Und mehr Pasta und Risotto-Sorten als Venedig Brücken hat.

Zurück bei den Herren in weißen Kitteln, der Fischabteilung, kommt er ins Schwelgen. „180 Sorten haben wir übers Jahr – je nach Saison – im Angebot.“ Flossen- und Schalentiere aus Süß- und Salzgewässern, aus Italien, Frankreich, Griechenland, Skandinavien und Übersee. Täglich frisch.

Spaß am Job

Ein paar Ecken weiter treffen wir Mascias Kollegen, Salvatore Pira. Er ist einer von rund 40 Mitarbeitern, die hier das Tagesgeschäft stemmen. Bevor Pira vor vier Jahren zu Venos kam, hat er am Frankfurter Flughafen gearbeitet. Dort, an einem der weltweit größten Cargo-Drehkreuze, hat er jenen siebten Sinn für Frischwaren entwickelt, der ihn heute zum Produktexperten vom Format wie Mascia macht.

Steak aus Argentinien, Filet aus Irland, Tomahawk aus den Staaten, feinstes – langsam beginnen kleine Grübchen, Piras Wangen zu zieren – Carpaccio von italienischen Rindern. Im Kopf geht er die Regale durch. Außerdem Käse, hart und weich, aus Frankreich, Österreich, Italien und der Schweiz – er lächelt immer noch. Sowie ein paar echte Köstlichkeiten. Kleine Töpfchen mit Hummer- und Trüffelbutter, Pistazienkonfitüre, Enten-Paté mit Champagner und Feigen. Sein Strahlen versichert: Er brennt für den Job.

„Das da“, Pira zeigt auf ein Stück dreißig Monate alten Parmesan in der Kühlvitrine, „ist der beste Parmesan für Kleinkinder“. Er habe sich für seinen eigenen Nachwuchs im Vorfeld genau informiert, erzählt er und lacht. Woher er selbst wisse – Stichwort Qualitätskontrolle – dass schmeckt, was er tagein tagaus verkauft? „Ich kenne ja die Kunden, die unsere Waren für ihre Restaurants bestellen. Also gehe ich dort essen“, zwinkert Pira.

60 Kartons Büffelmozzarella, 700 Kilo argentinisches Rumpsteak und das ein oder andere zu vorzüglichem Parmaschinken verarbeitete Bein mit Huf gehen hier pro Woche über die Theke. Aber Pira hat den Durchblick.

Nächstes Mal: Vorspeise – antipasti
und primi piatti

Wie der Betrieb bei Venos im Einzelnen funktioniert, haben wir Euch in unserer letzten Folge erklärt. Insgesamt bereiten wir noch drei weitere Blogposts vor. In den nächsten Episoden wird es um spezielle Empfehlungen zu Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch gehen – dem kulinarischen Dreiklang. Wir haben leckere Tipps für Euch in petto!


www.venos.de

CategoriesAllgemein
Felix

Bonvivant.

Mehr als irgendeine Stadt lässt Frankfurt Felix' Herz höher schlagen. Sein Enthusiasmus für Bob Dylan provoziert mitunter offene Besorgnis. Einem achtbaren Lebenswandel steht obendrein noch seine Cinephilie im Wege. Aber kochen kann er.

Dem Chaos ist er näher als der Ordnung. Sofern das nicht eh ein und dasselbe ist. Genau wie Schreiben und Denken. Erwischt sich immer wieder bei Selbstgesprächen. Mit anderen unterhält er sich aber auch gerne.