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Ein Tag im Leben von: Yogalehrerin Frida

Es gibt unzählige Yogastile auf der Welt. Friederike Mast unterrichtet ein kraftvolles und gemächlich fließendes Hatha Flow. Wir haben einen Tag zusammen mit der Frankfurter Yogalehrerin verbracht und unter anderem von ihr erfahren, dass Yoga mehr ist als Krieger, Katze und Kuh.

NaMASTé! Die Stunde endet mit einer Verbeugung. Unsere Handflächen haben wir vor der Brust zusammengeführt. „Bedankt euch bei euch selbst und eurem wunderbaren Körper“, sagt Friederike Mast. Dass Mast auch in der berühmten Grußformel steckt, ist Zufall. Wirklich!

Friederike (Frida) ist nicht als Spirituelle geboren und auch nicht als Yogalehrerin. Nach der Schule hat sie Dolmetschen studiert, doch seit einigen Jahren ist Yoga ein fester Bestandteil in ihrem Leben. Warum das so ist, hat nichts mit Überlastung oder einer Auszeit in Indien zu tun. Stattdessen begann Fridas Yoga-Geschichte in der FTG Bockenheim. Nachdem ihre beste Freundin nach Frankfurt gezogen war, folgte Frida ihr nach ihrem Studienabschluss einfach, ohne festen Job. Sie arbeitete tagsüber als freie Übersetzerin und abends in einer Bar. Für ein bisschen Bewegung und um etwas zusammen zu unternehmen, meldeten sich die Freundinnen in der FTG an und gingen dort den einen oder anderen Samstag immer mal zum Yoga. „Der Kurs hat mich damals nicht direkt total überwältigt, aber irgendwie fand ich es wohl ganz gut“, erinnert sie sich.

Ein eigenes Studio

Schließlich fand sie die Vorstellung, mit einem eigenem Yogastudio das Leben vieler Menschen beweglicher und gleichzeitig entspannter zu machen, so traumhaft, dass sie sich näher damit auseinandersetzte. Nach einer Ausbildung beim Balance Yoga Institut Frankfurt stand Frida als fertige Vinyasa-Yogalehrerin da und wusste, dass es nun ernst wurde. Sie suchte lange nach einem Kursraum, fand ihn und bot ab diesem Moment einmal pro Woche Yoga an. „Mein Ziel war es von Anfang an, Yoga für jeden zugänglich zu machen – einerseits durch bezahlbare Preise und andererseits durch meine Art des Unterrichts. Ich möchte, dass sich jeder willkommen und gut aufgehoben fühlt und sich mit der Zeit auch traut, etwas auszuprobieren und einen Schritt weiter zu gehen“, beschreibt Frida.

„Viele stellen sich vor, dass eine Yogalehrerin jeden Tag mit einer perfekten Asana-Praxis beginnt. Bei mir ist das nicht der Fall. Zumindest nicht jeden Tag. Und auch nicht perfekt. Aber zum Yoga gehört auch ein achtsames Verhalten im Alltag – beispielsweise bewusst zu Essen oder auf seinen Ausdruck zu achten. Yoga hat mich über die Zeit ziemlich verändert. Ich bin eigentlich ein eher hektischer Mensch und heute viel ruhiger geworden. Ich mache mir weniger Sorgen, sehe das Leben insgesamt entspannter und habe Kontakt zu vielen tollen Menschen.”

Nicht zu hip, nicht zu schäbig: Bockenheim

Seit 2014 wohnt Frida in Bockenheim und das soll auch so bleiben: „Ich möchte in meinem Stadtteil einen Beitrag leisten und für die Bewohner ein Angebot direkt vor der Haustür schaffen. Ich mag Bockenheim, weil es so normal ist. Nicht zu hip, nicht zu schäbig – oder wenigstens nur an manchen Stellen.

Ich bin eigentlich ein Landei und in Bockenheim fühle ich mich wohl, weil es so klein ist und man oft dieselben Leute trifft. 

Außerdem ist der Niddapark nicht weit weg, der wiederum wunderbar weitläufig ist. Hier biete ich in den Sommermonaten hin und wieder eine Outdoor-Yoga-Session für gemeinnützige Zwecke an. Mit meiner Yogagruppe ist Bockenheim noch mehr zu meinem zu Hause geworden, weil ich weiß, dass so viele Menschen aus meinem Viertel meine Leidenschaft teilen.“

Seit März unterrichtet Frida – den aktuellen Umständen angepasst – via Livestream. „Das Livestream-Yoga funktioniert erstaunlich gut, obwohl ich leider nicht die Möglichkeit habe, die Übungen direkt am Körper zu korrigieren. Dafür können viel mehr Menschen mitmachen, als es zuvor im Kursraum möglich war und die meisten nehmen durch die Live-Sessions regelmäßiger teil, weil das ortsunabhängig möglich ist“, erklärt Frida. Ihr eigenes Yogaparadies sucht sie noch, denn, wenn sie einen Raum mietet, dann muss der schon so beschaffen sein, dass sich die Wirkung von Yoga voll und ganz entfalten kann: „Ich suche einen Raum, in dem ich ohne Probleme 15-20 Menschen unterbringen kann, sodass immer genügend Platz ist, auch wenn wir nur zehn Kursteilnehmer sind. “

Ende des Jahres beginnt nun erstmal ihre Kinderyoga-Ausbildung, weil das den Kreis schließt, wie sie selbst sagt: „Das scheint mir der logische nächste Schritt zu sein , um Yoga für ganz viele Zielgruppen – quasi Jedermann – anbieten zu können. Außerdem finde ich die Vorstellung schön, dass Kinder schon von klein auf mit den Botschaften des Yoga in Berührung kommen, wie Gewaltlosigkeit, Selbstvertrauen und Empathie.“ In ihrem Kopf schwirren jede Menge Ideen und einige davon sind eigentlich spruchreif, aber noch nicht zu Papier gebracht. Deshalb behält Frida sie schmunzelnd für sich.

Danke für deinen Einblick und viel Erfolg bei deinen Planungen, liebe Frida! Auf yeahyeahyoga.de findet ihr alle Infos.

Weitere Yoga-Studios in Frankfurt findet Ihr übrigens hier in unserem Guide.

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Maria

Kam ursprünglich zum Arbeiten nach Frankfurt und ist inzwischen so sehr angekommen, dass sie hier geheiratet hat und sich als Mama eines Frankfurter Mädsche bezeichnen darf.
Liebt Wein, dunkles Bier, Musik, gepflegte Füße und philosophische Bücher über
alternative Lebenskonzepte.
Hegt eine Vorliebe für gute Kaffeesorten, die sie sich in Genussmaßen zuführt.
Schätzt an Frankfurt, dass Südfrankreich und der Rest der Welt schnell erreichbar sind und hofft schon lange auf eine autofreie Innenstadt – denn am liebsten bewegt sie sich per Fahrrad durch die vielen lebens- und liebenswerten Stadtteile.