Einwegverpackungen beim Take-Away vermeiden: Klingt gar nicht so einfach, ist aber für viele schon Alltag. So beispielsweise der tägliche Coffee-to-go, den man sich in seinen Lieblings-Thermobecher abfüllen lässt. Irgendwie schmeckt es einfach besser, wenn man die Verpackung nach dem Verzehr nicht wegschmeißen muss. Und gute Neuigkeiten: nachhaltig Essen abholen wird in Zukunft bequemer denn je. Denn ab 2023 sind Restaurants, Cafés und Bistros verpflichtet, uns den Coffee-to-go oder das Take-Away-Gericht in einem Mehrwegbehältnis anzubieten.

Text: Maya Boudier, Lea Fricke

Den Wunsch nach weniger Müll beim Essen holen gibt es aber nicht erst seit gestern. Eine Menge Restaurants sind schon gerüstet für Nachhaltigkeit beim Take-Away. Wir haben in diesem Blogpost mal zusammengetragen welche Konzepte es heute schon in unserer Liebling-Stadt gibt, den Verpackungsmüll bei Einkauf und Take-Away zu vermeiden:

RECUP

Der türkis- oder rosafarbende RECUP to-go Becher kommt vielen von Euch bestimmt bekannt vor. Das Pfandsystem von recyclebaren Mehrwegbechern hat sich nämlich, seit der Gründung der RECUP GmbH vor fast 5 Jahren, rasant schnell in alle Ecken Deutschlands verbreitet. Auch bei uns in Frankfurt hat das Konzept schnell viele Partner gefunden. Für einen Euro Pfand könnt Ihr in etlichen Frankfurter Cafés, Restaurants, Bäckereien und Kiosken eure Lieblings-Heißgetränke aus den Mehrwegbechern genießen. Um Euren Pfand wieder zurückzubekommen, könnt Ihr den Becher bei jedem RECUP Partner zurückgeben. Wir finden es klasse, vor allem, weil durch einen RECUP Becher circa 1.000 Einwegbecher eingespart werden. 

RECUP
@recup2go
www.recup.de


Foto: vytal.org

VYTAL

Und es geht auch ohne Pfand! Das Kölner Start-Up VYTAL hat ein Weg gefunden, wie Ihr beim Abholen oder Bestellen von Take-Away-Gerichten in Leihschalen kein Pfand zahlen müsst. Um loszulegen einfach nur die App herunterladen und registrieren. Hier könnt Ihr Restaurants in Eurer Nähe ausfindig machen, bei denen Ihr Euer Lieblingsessen in den VYTAL Mehrwegschalen bekommt. Bis zu 14 Tage nach Bestellung könnt Ihr die Schüsseln bei jedem beliebigen VYTAL Partner zurückzugeben. Solltet Ihr das nicht schaffen, werden Euch über die App zehn Euro pro Schüssel abgezogen – und sie gehören Euch. Ziemlich simpel finden wir!  

VYTAL
@vytal_global
www.vytal.org


MainBecher

Man muss schon sagen, Frankfurt ist einfach wunderbar. Wir haben für das komplette Rhein-Main Gebiet ein eigenes Pfandsystem für Mehrwegbecher! Die Becher sind natürlich komplett im Frankfurter Stil. Wer mitmachen möchte, der kann in einem der vielen Partner-Cafés eine Pfandmarke für drei Euro erwerben. Einfach beim nächsten Coffee-to-go die Marke gegen den Mehrweg-Becher eintauschen und genießen. Eine neue Marke bekommt Ihr dann bei der Rückgabe des Bechers bei einem Partner von #MainBecher.

MainBecher
@mainbecher
www.mainbecher.de


Einmal ohne, bitte

Immer beliebter wird auch, beim Einkaufen Backwaren, Käse, Wurst und andere Lebensmittel in selbst mitgebrachte Behälter abzufüllen. Nur ist es manchmal nicht so einfach herauszufinden, in welchen Läden Ihr Lebensmittel, ohne produkteigene Verpackungen kaufen könnt. Das Münchner Label „Einmal ohne, bitte“, macht genau diese Geschäfte für euch sichtbar. Ein Sticker mit dem Schriftzug „Einmal ohne, bitte”, wird an Schaufenstern von Geschäften, Supermärkten und Take-Away Restaurants angebracht. Hier könnt Ihr Euch sicher sein: verpackungsfrei einkaufen ist möglich. Mit dabei in Frankfurt sind beispielsweise schon die Kaffemacherei, gramm.genau, Teatastic, das Glauburg Café und noch viele mehr. Und keine Sorge! Auch momentan in der Pandemie mit den vielen Hygieneregelungen ist das möglich. 

Einmal ohne, bitte
@einmalohnebitte
www.einmalohnebitte.de


Einige Frankfurter Läden haben sich auch eigenständig andere Lösungen ausgedacht, so zum Beispiel diese drei:

Lucille

Auch das schöne Café auf der Friedberger Landstraße beweist, dass das To-Go-Geschäft der Umwelt nicht im Wege stehen muss. Für 1,50€ mehr bekommt man hier einen von dem Café selbst kreierten und echt hübschen Kaffee-To-Go-Becher und kann diesen bei jedem Besuch neu austauschen. Auch bei der Verpackung für Take-Away-Speisen geht Lucille mit gutem Beispiel voran: So bestehen zum Beispiel Menüschalen aus Pflanzenfasern. Diese verrotten schnell und können sogar in der Biotonne entsorgt werden. Bowls werden aus Kraftpapier hergestellt und die werden über die Papiertonne recycelt. Super!

@lucille_frankfurt

Foto: ©mf | Bornheimer Ratskeller

Bornheimer Ratskeller

Wenn Ihr hier Eure Speisen für Zuhause abholt, bringt doch einfach Eure eigenen Behälter mit! Das Restaurant füllt das Essen gerne frisch für Euch ab. Das klappt auch noch super, wie das Restaurant auf seiner Webseite vermerkt. Die Vermeidung von Verpackungsmüll ist ihnen ein echtes Anliegen: “Es wäre für uns, die wir schon bei der Besorgung der Zutaten sehr darauf achten, dass unsere Erzeuger sie so gut wie immer unverpackt hier abgeben, ein Graus, wenn wir dann im Nachgang immer alles verpacken müssten.“ Gut, dass es ganz einfach auch anders geht.

www.ratskeller-bornheim.de

Nullsechsneun in der Kleinmarkthalle

An dem gemütlichen und vor allem gesunden Food-Stand in der Kleinmarkthalle gibt es besonders leckere Suppe und frische Salate zum Mitnehmen. Für den Transport gibt es gegen Pfand ein großes Einmachglas, welches ihr später immer wieder vor Ort tauschen oder auch für den Privatgebrauch daheim praktisch nutzen könnt. 

Welche guten Ideen oder Beispiele für müllarmes To go kennt Ihr?

Wenn Ihr mehr über Möglichkeiten zum Müllsparen in der Stadt erfahren wollt, findet Ihr hier unseren Zero Waste-Guide für Frankfurt. 

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