DIE NEUN: Allein unterwegs

DIE NEUN: Allein unterwegs

 

Man sagt, das Glück sei die einzige Sache auf dieser Welt, die sich verdoppelt, wenn man sie teilt. Und, tatsächlich: Schöne Momente lassen sich in Gesellschaft oft am besten auskosten.

Was aber tun, wenn ihr weder Freunde noch Familie dazu mobilisieren könnt, euch bei euren Abenteuern beizustehen? Wenn ausgerechnet dann, wenn euch die Unternehmungslust packt, der Kumpel verreist und die beste Freundin mit ihrem Sofa verschmolzen ist? Wenn sich auf die Schnelle nicht einmal ein Date herbeitindern lässt?

Klar, ihr könnt euch eurem Schicksal ergeben, es eurer Freundin gleichtun und den Tag mittels Netflix an euch vorüberziehen lassen. Viel besser aber, ihr macht aus der Not eine Tugend – und euch alleine auf die Socken! Dank eures Lieblingsmagazins braucht ihr dabei vor Langeweile ganz sicher keine Angst zu haben: Wir haben neun Tipps für erlebnishungrige Frankfurter gesammelt, um auch alleine eine richtig gute Zeit zu haben. Worauf also noch warten?



1 · Der Klassiker: Lektüre und Gemütlichkeit

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“Wer ein Buch an seiner Seite weiß, ist nirgendswo alleine!” – diese alte Weisheit trifft auch heute noch in vollem Umfang zu! Dabei muss es nicht einmal ein dicker Wälzer sein: Auch mit der Zeitschrift oder Zeitung eurer Wahl könnt ihr euch in euer Lieblingscafé verkrümeln oder auf einer Parkbank die Zeit vergessen. Ausgefuchste Leseratten suchen sich ein schönes Plätzchen am Mainufer oder begeben sich in der Cafeteria des “Hugendubel” unter ihresgleichen. Weitere Tipps zu schönen Leseorten findet ihr hier. Nachteulen indes beziehen mit ihrem Lesestoff Stellung in einer der vielen Bars der Stadt und versinken bei einem Drink in die Welt der Buchstaben. Wetten, dass es nicht lange dauert, bis ihr auf eure Lektüre angesprochen werdet? Lesen macht eben sympatisch – und ihr mit ein wenig Glück nette Bekanntschaften…

2 · Endlich mal wieder ins Museum gehen

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Warum nicht einmal selbst von der Museenlandschaft profitieren, um die uns die ganze Welt beneidet? Vom Straßenbahn- bis hin zum Hammermuseum (kein Witz!) hält Frankfurt ein gewaltiges Potpourri an Möglichkeiten bereit, lehrreiche Stunden zu verbringen. Mal ganz ehrlich: Ist es nicht großartig, sich im Kunstwerken zu verlieren und dabei die Zeit zu vergessen? Die hochkarätigen Häuser von Schirn und Städel sind dabei nur das Sahnehäubchen auf der Kulturtorte. Genießt es, die Schautafeln endlich einmal bis zum Ende zu lesen und erweitert in Ruhe euren Horizont! Hey, kennt ihr eigentlich schon die fantastische Schneekugel mit Miniatur-Nachbauten von Dom, Römer & Co im Historischen Museum?


3 · Den Stadtwald entdecken

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Frankfurt, eine graue Betonstadt? Von wegen! Auf über mehr als 3800 Hektar der City ist der Stadtwald ein grünes Paradies, das über die Haltestelle “Oberschweinstiege” sogar bequem mit der Straßenbahn erreichbar ist. Nun müsst ihr nicht gleich wie ein einsamer Wolf durch das Gestrüpp unter den Baumwipfeln strolchen, um einen tiefen Zug der frischen Luft zu zu atmen und eine kleine Auszeit zu genießen: Oft ist ein kleiner Spaziergang um den Jakobiweiher ist der Seele schon Balsam genug! Wusstet ihr eigentlich, dass die Künstler der “Frankfurter Schule” den Wald mit ihren Kunstwerken gespickt haben? Macht euch auf die Suche nach dem “Monsterspecht” und dem “Pinkelbaum” und schenkt denjenigen, die euch entgegen kommen, ein wissendes Lächeln – denn auch sie haben einen ganz besonderen Rückzugsort für sich entdeckt!


4 · Sich selbst ins Kino einladen

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Wer hat eigentlich behauptet, man dürfe nur in Gesellschaft ins Kino gehen? Nutzt die Gunst der Stunde und schaut euch endlich den Art-House-Film an, für den ihr sonst niemanden begeistert konntet. Sich das Popcorn mit niemandem teilen zu müssen, ist ein weithin unterschätztes Privileg! Auch lässt es sich an der Kinokasse deutlich galanter vordrängeln, wenn man alleine unterwegs ist. Ähnlich unauffällig lässt sich auch ein freier Platz einer höheren Preiskategorie einnehmen. Weiterer Pluspunkt: Sollte der Film wider Erwarten ziemlich scheiße sein, könnt ihr einfach gehen – und mit einem der anderen Punkte fortfahren. Easy!


5 · Sich auf eine urbane Schatzsuche begeben 

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Über das Geocaching an und für sich müssen wir ganz sicher keine großen Worte verlieren. Wen wundert es da noch, dass der globale Trend längst in Frankfurt angekommen ist? Alles, was ihr für eure Expedition benötigt, ist euer Smartphone. Dieses weist euch den Weg zum Versteck des Caches, wie das Objekt eurer Begierde auch genannt wird. Mal ist eine ganze Box voll bunter Gegenstände vergraben, mal ist eine kleine Filmdose mit einem Magneten unter einem Brückengeländer befestigt und wartet darauf, von euch gefunden zu werden. In jedem Fall ist es ein tolles Gefühl, den “Schatz” zu bergen und sich mittels Unterschrift als moderner Schatzsucher auszuweisen! Dazu braucht es keine Begleitung – wohl aber ein schlaues Köpfchen. Denn die Rätsel, die es zu lösen gilt, sind mitunter knackig…


6 · Foto-Walk der besonderen Art

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Mal wieder den halben Tag auf Instagram vertrödelt? Mit unserem Masterplan für kreative Köpfe ist Schluss damit! Alles, was ihr braucht, ist eine Einwegkamera. Die gibt’s für kleines Geld in jeder Drogerie und ist Equipment für euren ganz persönlichen Foto-Walk! Macht einen Spaziergang durch die Stadt und haltet eure Lieblingsplätze auf Film fest. Ganz wie früher! Fertigt ein Portrait vom leckeren Cappuccino an, dessen Milchschaum ihr so mögt, geht in die Hocke und taucht in neue Perspektiven ein. Eine Entenfamilie im Weiher, ein Blick auf die Skyline - tobt euch so richtig aus! Noch ein Selfie, bevor der Film voll ist, dann gilt es abzuwarten und die Vorfreude auf die Ergebnisse zu genießen. Wenn ihr dann endlich die Abzüge in euren Händen haltet, bastelt euch ein Album mit euren Schnappschüssen. Ein solches macht im Regal doch so viel mehr her als ein schnöder Insta-Feed. Oder?

7 · Workout im Hafenpark

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Der nächste Sommer kommt bestimmt. Wieso also nicht schon an der Strandfigur arbeiten? Besonders viel Spaß macht die Leibesertüchtigung auf den Wiesen des Hafenparks. Dort tummeln sich allabendlich Hobby-Athleten an den für jedermann nutzbaren Geräten, spannen Slacklines oder widmen sich dem Ballsport. Skateboardfahrer üben ihre Tricks in der Bowl und auf der Halfpipe, Menschen knien auf Yogamatten und vollführen seltsame Bewegungen. Ihr wisst, was zu tun ist! Der einzigartige Blick auf den Main entschädigt selbst den heftigsten Muskelkater am nächsten Tag, und mit einem Drink im Oosten könnt ihr euch anschließend für euren Ehrgeiz belohnen .Vielleicht könnt ihr ja sogar mit eurem frisch gewonnenen Trainingspartner anstoßen, während sich die Abendsonne in der Glasfassade der EZB spiegelt?

8 · Sich (ver)führen lassen

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Nicht erst seit der Wiedereröffnung der historischen Altstadt ist ganz allgemein bekannt: Frankfurt verfügt über eine aufregende und wechselhafte Vergangenheit! Davon zeugen auch die hunderttausende Besucher, die Jahr für Jahr in unsere Stadt strömen. Warum es also ihnen nicht einmal gleich tun und auf historischen Pfaden wandeln? Die Frankfurter Stadtevents beispielsweise entführen täglich Neugierige in Frankfurts Untergrund oder bringen diese hoch hinaus: Glaubt uns, der Ausblick vom Commerzbank-Tower hinunter auf das Lichtermeer der Straßen bleibt auch alleine unvergesslich! Auch die Schauplätze des Kampfes zwischen der RAF und dem vermeintlichen Establishment bleiben in nachhaltiger Erinnerung. Wer es ein ein wenig locker-flockiger mag, der bucht sich einfach eine Fahrt im Doppeldecker-Bus oder schließt sich einer Free Walking Tour an. Die eigene Stadt aus den Augen eines Touristen neu zu entdecken, ist eine lohnenswerte Erfahrung! Schöner Nebeneffekt: Ratzfatz lassen sich Bekanntschaften mit jungen Menschen aus aller Welt schließen…


9 · Planlos unterwegs sein

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Fortgeschrittene brauchen erst gar keinen Plan, um eine auch alleine eine gute Zeit in ihrer Stadt zu haben. Sie meistern die Königsdisziplin des Sich-treiben-Lassen: Die hohe Kunst des Flanierens. Sie lassen sich ganz einfach ohne konkretes Ziel durch die Straßenzüge treiben. Ihre Erfahrung hat sie gelehrt, dass sie auf diese Art und Weise die spannendsten Entdeckungen machen können. Sie wissen, dass hinter jeder Ecke eine Überraschung lauern kann - gerade dort, wo man sie am wenigsten vermutet hätte! “Langeweile” ist dem geneigten Flaneur (auch als “Lustwandler” bekannt) ein Fremdwort, wenn er mit geschärftem Blick durch die Momente schwebt. Tut es ihm doch einmal gleich und entdeckt des Zauber des Alltags! 


Und nun: Raus mit euch!

Habt ihr euch eure Jacke schon gegriffen und die Hausschuhe in die Ecke gepfeffert? Nein? Dann wird’s nun aber allerhöchste Eisenbahn, die Bude zu verlassen und unseren Tipps zu folgen!” Alleine unterwegs zu sein, bedeutet keinesfalls, einsam unterwegs zu sein - hey, ist es nicht herrlich, im eigenen Tempo unterwegs zu sein und auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen?

Eure Freunde jedenfalls werden neidisch sein, wenn ihr ihnen beim nächsten Treffen von euren Erlebnissen berichtet. Und nun: raus mit euch!

 
Weihnachtsmärkte in und um Frankfurt 2018

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Fundstück #5: Der ungewollte Bürostuhl

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