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Die Neun | Lieblingsorte am Mainufer

Mainufer Frankfurt

Was wäre Frankfurt nur ohne Main? Einerseits ein Nest in Brandenburg, viel schlimmer aber noch: Nicht einmal annähernd so l(i)ebenswert!

Denn die schönsten 17 der insgesamt 527 Flusskilometer – da sind wir uns doch alle einig – verlaufen innerhalb Frankfurter Gemarkung. Zwischen den Stadtteilen Fechenheim im Osten und Sindlingen im Westen teilt das namensgebende Fließgewässer die Stadt nicht nur in “Hibbdebach” und “Dribbdebach”, sondern ist mit seinen Ufern über 700.000 Einwohnern ein kleines Paradies.

Ob zum Entspannen, Schlemmen oder demAfterWork mit Freunden: Pünktlich an den ersten heißen Tagen dieses Jahres verraten wir euch, wo wir uns rechts und links des Mains fast wie am Meer fühlen.

1 · Der Hafenpark

Wo früher Kräne schwere Ladungen in Schiffe und Waggons verluden, tümmeln sich heute Sportfreunde, Faulenzer und Genießer: Im Schatten der Europäischen Zentralbank werfen Basketballer ihre Körbe, gleich nebenan zeigen Skateboarder und BMX-Fahrer ihre Tricks. Andere arbeiten an der Klimmzug-Stange an der Strandfigur oder werfen Frisbee. Weniger Aktive breiten irgendwo dazwischen ihre Decken aus und spülen ihr schlechtes Gewissen mit Apfelwein herunter. Bei schönem Wetter scheint der Hafenpark vor Lebensfreude nur so zu bersten – doch auch ein ruhiges Plätzchen am Ufer hat hier noch jeder gefunden. Unser Tipp:Auf der Terrasse des Restaurants Oosten lässt sich neben feiner Küche auch ein unvergesslicher Ausblick auf die Stadt genießen.

2 · Main-Café

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Unterhalb des Museumsufers am Sachsenhäuser Mainkai befindet sich der Sommer-Hotspot schlechthin! Kaum, dass der Nachmittag angebrochen hat, tauschen bereits die Ersten ihren Platz im Büro gegen ein lauschiges Plätzchen auf den Wiesen vor dem Main-Café ein. Fortgeschrittene haben außerdem die Möglichkeit, sich bei den emsigen Jungs und Mädels an der Theke einen Liegestuhl zu leihen! Wer sich bis jetzt noch nicht in unsere Stadt verliebt hat, tut es spätestens jetzt: Man kommt einfach nicht umhin, die Skyline anzuschmachten, die auf der gegenüberliegenden Flussseite in den Himmel ragt. Wenn sich abends die untergehende Sonne in den gläsernen Fassaden spiegelt, ist es an der Zeit, sich noch einen Apfelwein zu holen und sich im lauwarmen Hier und Jetzt zu verlieren. Machen wir doch alle viel zu selten, oder? Seufz.

3 · Das “Dönerboot”

Wir bleiben (vorerst) am Sachsenhäuser Ufer: Unweit des Main-Café(siehe Punkt 2) ankert nämlich ein Boot, das sich in den letzten Jahren zu einer echten Institution gemausert hat! “Meral’s Imbiss” lautet der amtliche Name des wohl einzigen schwimmenden orientalischen Restaurants, welches den Frankfurtern allerdings schlicht als “Dönerboot” geläufig ist. Wer einen der wenigen Plätze auf dem Oberdeck ergattert, kann sich nicht nur die üblichen Köstlichkeiten der türkischen Küche munden lassen, sondern sollte ganz unbedingt denlegendären Fisch-Döner probieren. Bei sanftem Wellengang genossen, werdet ihr schnell ahnen, weshalb das maritime Upgrade des osmanischen Klassikers den Kult um den schwimmenden Imbiss zementiert hat. Guten Hunger!

4 · Yachtklub

Auch ein anderes, am Sachsenhäuser Ufer ankerndes Schiff hat längst unser Herz erobert: Unweit der Alten Brücke schaukelt während schönen Jahreszeit der Yachtklub im seichten Wasser. Zwar befindet sich das Hausboot seit diesem Jahr nicht mehr unter den Fittichen des Frankfurter Party-Urgesteins Hans Romanov, an der Liebenswürdigkeit des Kahns hat sich dadurch jedoch nichts geändert! Tagsüber Café, abends Bar, nachts ein Club – wir lieben es, auf dem Sonnendeck den Hunger auf Sonne und den Durst auf eine kühle Erfrischung zu stillen! Konzerte, Lesungen und Flohmärkte runden das Programm ab und machen die schwimmende Institution zum echten Allrounder für eine gute Zeit in Frankfurt. Halten wir fest: Ein Leben ohne Yachtklub? Möglich, aber sinnlos!

5 · Licht- und Luftbad Niederrad

Lilu

Gehört ihr zu denjenigen, die ein unbändiges Verlangen darauf entwickeln, Fleisch und Gemüse auf den Rost zu werfen, kaum dass die Tage länger werden? Liebt ihr es, in geselliger Runde zu speisen und anschließend bis in die Dunkelheit hinein das Leben zu genießen? Dann haben wir gute Nachrichten für euch: Um eurer Leidenschaft zu frönen, müsst ihr keineswegs auf den Blick aufs Wasser und das Panorama eurer Lieblingsstadt verzichten! Im Licht- und Luftbad Niederrad, besser als LiLu bekannt, könnt ihr nämlich direkt am Flussufer den Grill anwerfen, ohne Ärger mit den Gesetzeshütern zu riskieren! Auch lästiges Schleppen könnt ihr euch sparen, denn beim Team des LiLu könnt ihr Grills verschiedener Größen für schmales Geld auch einfach mieten. Auch Equipment für eure nächste Freiluft-Fete steht parat!
Mehr zum wohltuenden Lilu könnt ihr hier nachlesen.

6 · Nizza

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“Moment mal”, werden die Aufgeweckten unter euch nun einwerfen, “geht’s hier nicht viel mehr um Frankfurt denn um eine Stadt an der Riviera?” So weit, so richtig – doch befindet sich am nördlichen Mainufer, genauer: zwischen Untermain- und Friedensbrücke eine Parkanlage, die sich ihren Namen “Frankfurter Nizza” durchaus verdient hat! Aufgrund einer windgeschützten Südlage, der günstigen Sonneneinstrahlung und nicht zuletzt dem Wärmespeicher des Mains gedeihen hier Pflanzen, die ihr ansonsten allenfalls aus dem Urlaub kennt. So ist es auch kein Wunder, dass eure Köpfe angesichts der farbenfrohen Blütenpracht augenblicklich in den Holiday-Modus wechseln, kaum dass ihr es euch zwischen Palmenblättern und Magnolien gemütlich gemacht habt. Wen interessiert da noch, dass der Main ein Fluss und nicht die Côte d’Azur ist?

7 · Orange Beach

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Ein Kiosk ist und bleibt ein Kiosk. Ein Kiosk, ergänzt um Strandkörbe am Wasser, Live-Konzerte, und Kulturprogramm ist dagegen: Ein echter Lieblingsort! Kein Wunder, dass sich das Orange Beach – gelegen unterhalb der Niederräder Brücke – innerhalb der vergangenen Jahre zum echten Szene-Treff gemausert hat. Ein bisschen laut(die Eisenbahn ist nicht weit!), ein bisschen rough und umwabert von einer Extra-Portion an Herzblut eignet sich das Büdchen nicht nur als Zwischenstopp für eure nächste Fahrradtour, sondern auch als Ort des gepflegten Absackens in einer langen Sommernacht. Ein mustergültiges Getränkeangebot tut sein Übriges – und schnell stellt sich die Frage: Ist das wirklich schon wieder die aufgehende Sonne, die sich da im nahen Mainwasser spiegelt?
Mehr über diesen wunderbaren Ort findet ihr hier.

8 · Alte Schiffsmeldestelle

Unseren Lesern aus Höchst müssen wir ganz sicher nicht auf die Vorzüge Stadtteils aufmerksam machen. Allen anderen sei gesagt: Ein Ausflug in den Westen der Stadt fühlt sich an wie Kurzurlaub! Wo die Nidda in den Main mündet, sich putzige Fachwerkhäuser aneinanderreihen und der alte Schlossturm Schatten wirft, sind Alltag und Trubel ganz weit weg. Besonders schön genießen lässt sich der Höchster Spirit an der Alten Schiffsmeldestelle, einem Sommergarten direkt am Main, der sich selbst als den “lauschigsten Ort der Stadt” bezeichnet. Wenn wir mit einem Äppler in der Hand den vorbeifahrenden Schiffen hinterherwinken und im Liegestuhl alle Viere von uns strecken, glauben wir das gern. Und stellen uns die Frage: “Sind wir hier wirklich noch in Frankfurt?”

Insider-Tipp:
Eine Fahrt mit der Fähre hinüber nach Schwanheim kostet gerade mal ‘nen Euro und ist ein echtes Vergnügen!

9 · Hafen 2

Hafen2 Offenbach

Ultrakonservative Frankfurter überspringen diesen Absatz, alle anderen passen jetzt gut auf: Wir hüpfen hinüber nach Offenbach! Genauer: In den Hafen 2. Es ist wohl einfacher zu erklären, was das Gelände am alten Hafenbecken nicht ist, wir versuchen’s trotzdem mal: Der “Hafen” ist Café, Liegewiese, Konzertbühne, Theater, Techno-Club, Lichtspielhaus, Kreativen-Treff, Atelier, Lesebühne, mal gemütlich und mal wild. Haben wir was vergessen? Findet es selbst heraus! Der prall gefüllte Veranstaltungskalender trifft ganz sicher auch euren Geschmack. Hach, Offenbach – ein klitzekleines bisschen haben wir dich ja schon ins Herz geschlossen. Aber nur ein bisschen!

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Matze

Zugezogen, doch fühlt sich im Herzen längst als Frankfurter. Wenn er nicht gerade zu viel Geld für Bücher, Schallplatten und Kleinbildfilme ausgibt, vertrödelt er mit Vorliebe ganze Nachmittage im Café. Dort trinkt er zu viel Kaffee und raucht zu viele Zigaretten - meint zumindest sein Arzt. Großer Verfechter des Apfelweins (sauer!), betreibt gern Multitasking, kaut ununterbrochen Kaugummi. Liebt Prinzipien und mag es strukturiert:
Selbst für seine To-Do-Listen schreibt er To-Do-Listen.