Eckenheimer Landstraße
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Die Eckenheimer Landstraße – ein Spaziergang

Restaurants, Cafés, Supermärkte, Schmuckläden, Frisöre und und und! Neben dem Oeder Weg und der Friedberger Landstraße ist die Eckenheimer Landstraße eines der Hot Spots im angesagten und familiären Nordend.

Ich fahre mit der U5 von Norden kommen am Hauptfriedhof vorbei. Über die Adickesallee gelange ich dann zur Deutschen Nationalbibliothek. Hier starte ich meinen Spaziergang durch den gemütlichen und kulinarischen Teil der Eckenheimer Landstraße.


Nach ein paar Metern kommt der typische Nordend-Charme auf. Ich sehe imposante Altbauten und liebevoll gestaltete Vorgärten. Ein innerliches Gefühl von Ruhe stellt sich ein. Obwohl hier die U-Bahn entlang fährt und die Straße von beiden Seiten mit dem Auto befahrbar ist, ist von Hektik keine Spur. Das Nordend lässt sich nicht stressen, ideal zum Flanieren und entspannen. 

Ich schlendere ab der U-Bahn-Station Glauburgstraße bis runter zum Cityring. Mir kommt mir eigentlich nur eine Frage in den Sinn: Wie soll ich mich hier entscheiden? Denn auf der Eckenheimer hat man essenstechnisch die Qual der Wahl. Italienisch, asiatisch, deutsch oder indisch, Kaffee, Wein, Cocktails oder Säfte – hier reihen sich Restaurants und Cafés aneinander.

Schlendern & schlemmen

In der Taverna Omonia werden im typischen weiß-blauen Interieur feine griechische Spezialitäten serviert. Das Papanova nebenan ist über die Grenzen des Nordends für seine authentische italienische Küche bekannt. Und für die herzliche Art der Mitarbeiter. Hier ist alles „va bene“ und die Tische stets belegt. Gegenüber lässt es sich im Milch & Zucker bei einem Frühstück oder Cappuccino verweilen und das Treiben auf der Straße beobachten. Kleiner Tipp: unbedingt die selbstgemachten Zimtschnecken probieren!


Gleich rechts nebenan befindet sich die Rettung aller Puppen- und Kuscheltierliebhaber, die Puppenklinik. Besitzerin Christina Fenster pflegt und repariert Puppen und Kuscheltiere in präziser Handarbeit.

Weiter geht’s über die Kreuzung an der Glauburgstraße, die mit hübsche Altbauten, Cafes und Restaurants zum Schlendern einlädt.

Basteln & Eis

Ein Stück weiter unten auf der rechten Straßenseite kommen Bastelfans auf ihre Kosten. Hinter dem von außen unscheinbaren Perlenfischer verbirgt sich eine liebevoll eingerichtete Papeterie. Egal ob Geburtstag, Hochzeit oder Jahrestag, für jeden Anlass gibt es hier den idealen Stempel, die schönste Karte oder das passende Material für das Do-it-yourself-Projekt.

Nach der Bastelei schnell rüber zu Eis Christina, eine Kugel Eis geht immer. Wohl kaum ein Frankfurter kennt die Kult-Eisdiele nicht. Seit 1974 macht der Familienbetrieb mit über 20 Sorten Eis ganz Frankfurt glücklich. Auch hier ist immer viel los. Wer ein Eis will, braucht Geduld – aber es lohnt sich!

Auf der Eckenheimer Landstraße gibt es aber nicht nur viel zu essen, sondern auch zu trinken. Zum Beispiel Kaffee. Mein Favorit: Das kleine, aber umso feinere Café Kaffemacherei von Golnaz Frud. Die 38-jährige ehemalige Juristin hat sich 2014 mit dem Kauf des Cafés einen Traum erfüllt. Seitdem gibt es nicht nur Kaffee in allen Variationen, sondern auch täglich Frühstück, Mittagstisch und selbstgemachte Kuchen. „Es steckt viel Arbeit dahinter, aber es macht auch unglaublich viel Spaß. In Zukunft will ich noch mehr glutenfreie und veganes Gerichte anbieten“, schwärmt sie.

Nach dem Cappuccino ist vor dem Cocktail. Wie wäre es mit einem original brasilianischen Caipirinha? Das Café Cafuchico sticht mit den bunten Tischen und Sonnenschirmen direkt ins Auge. Auf der Karte stehen Acai Bowls, warme Gerichte und natürlich echte brasilianischen Caipirinhas.

Spaghetti Eis Christina

Versteckte Gärten

Durst und Hunger sind ausreichend gestillt, jetzt gibt es für mich noch eine letzte Anlaufstelle auf dem Weg zum Park – ein Hinterhof. Unweit der U-Bahn-Station Musterschule, gleich neben dem Antiquariat Orban&Streu, führt ein dunkelgrünes Hoftor hinein in die Welt der Bücher. Allein der Anblick des Innenhofs der Buchbinderei Schilling & Croll ist einen Besuch wert. Dank der Lavendelsträucher, der dunkelgrünen, mit Efeu bewachsenen grünen Eingangstür und den großen Bäumen, fühlt man sich fast wie im Sommerurlaub in Südeuropa. „Der Garten ist ein Vermächtnis der Hausbesitzerin, der wird sehr gepflegt“, erzählt mir Martin Schilling, Mitinhaber der Buchdruckerei. Zusammen mit Peter Croll bindet er nicht nur Uni-Arbeiten und Bücher in mühevoller Handarbeit, sondern repariert auch Jahrhunderte alte Sammlerstücke. Hier werden keine computergesteuerten Bindemaschinen benutzt, sondern Traditionelle – per Hand betrieben. Heutzutage eine echte Rarität.

Beim Rausgehen genieße ich noch einmal den Anblick des Gartens und schlendere in Richtung Innenstadt. Mach’s gut schöne Eckenheimer! Bis zum nächsten Magenknurren, Kaffedurst oder entspannten Schaufensterbummel.


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Bornheim
Brückenviertel
Oeder Weg
Friedberger Landstraße
Alte Gasse

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