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So wohne ich: an der Weseler Werft

Es war wieder soweit: Ein Frankfurter hat uns in seine Wohnung eingeladen und wir wollten gar nicht mehr gehen. Warum Dariush nach zehn Jahren im Nordend ein neues Zuhause im Osten Frankfurts gefunden hat und welche drei Säulen seinen ganz persönlichen Einrichtungsstil ausmachen, erfahrt Ihr in diesem Text.

Corona-Disclaimer: Das Gespräch wurde in einem Video-Call geführt und Der Bewohner hat die Fotos selbst gemacht.

Als Frankfurter geht man seinem Stadtteil eigentlich nicht fremd. Weil Dariush dringend einen Tapetenwechsel brauchte und seinen Wohntraum im Ostend fand, entschied er sich, es doch zu tun.

“Ich bin nicht der entscheidungsfreudigste Mensch. Aber als ich diese Wohnung besichtigte, hatte ich keine Zweifel. Hier wollte ich unbedingt leben”, berichtet Dariush stolz, während wir von seiner Terrasse auf den Main blicken. Kaum eine Wohnung könnte mehr Frankfurt-Feeling bieten als diese Zweizimmerwohnung an der Weseler Werft. Die EZB in unmittelbarer Nachbarschaft, genießt man von seinem gemütlichen Sofa aus einen unverstellten Blick auf das Mainufer. Bodentiefe Fenster geben einem das Gefühl, mitten drin zu sein und trotzdem fühlt man sich geborgen. “Mein Sofa ist übrigens mein ältestes Möbel. Es begleitet mich seit meiner ersten eigenen Wohnung – damals war es meine erste große Anschaffung. Und noch heute finde ich, dass es die perfekte Mischung aus Gemütlichkeit und Style bietet”, erzählt Dariush.

Gemütlichkeit, Licht und Pragmatismus

Dass er einen ganz klaren Stil hat, wird deutlich, als er prompt drei Säulen benennt, die ihm bei der Wohnungseinrichtung wichtig sind: Gemütlichkeit, Licht und Pragmatismus.

Erst seit zwei Monaten bewohnt er sein neues Domizil. Eines der ersten eingerichten Dinge war die Beleuchtung: “Mit smarter Beleuchtung kann man verschiedene Stimmungen erzeugen. Ich finde, es gibt für jede Gelegenheit das passende Licht, deswegen habe ich auch so viele verschiedene Lichtquellen. Manche davon sind mit einem smarten Lichtsystem von Philips Hue ausgestattet. Aber auch die hängenden Kerzen hier in der Ecke verbreiten eine tolle Stimmung. Wenn ich sie anzünde, taucht das ganze Wohnzimmer in warmes, gemütliches Licht und das Gitter der Kerzenhalter reflektiert an der Wand”, erklärt er. “Momentan hätte ich sehr viel Freizeit, die ich nutzen könnte, um die Wohnung bis ins letzte Detail einzurichten, aber das ist nicht meine Art. Die Inspiration kommt mit der Zeit und die Einrichtung muss wachsen”, führt er weiter aus.

Seine Inspiration zieht er meistens aus Hotels, Airbnbs und Bars auf der ganzen Welt, denn Dariush ist beruflich viel unterwegs und findet weltweit mit größter Liebe zum Detail die schönsten Einrichtungsideen. “Ich mag dunkle Töne, wie schwarz und grau. Metall und Glas finde ich wunderbare Materialien”, schwärmt er. Und gerade liebäugelt er mit einer gigantischen Fototapete, auf der tiefgrüne Pflanzen aus der schwarzen Nacht ranken.

Viel Liebe zum Detail

Dariush ist seit eh und je ein Design- und Architekturfan. Unterbewusst begann sein Faible schon in der Schulzeit, als er Bilder vom Diaprojektor auf Wände übertrug oder Lampen aus alten Papprollen bastelte. Die nachhaltige Nutzung von Möbeln ist ihm sowieso ein Bedürfnis. “Ich versuche, nicht ständig alles auszutauschen, weil es nicht mehr modern ist oder nicht in die aktuelle Wohnung passt. Stattdessen überlege ich mir, wie ich die alten Sachen anders verwerten könnte”, erklärt er. So hat er beispielsweise einen alten Schrank in sein neues Bad eingepasst.

Apropos alt: Auch die Absolut-Vodka-Sammlung, die uns direkt im Eingangsbereich seiner Wohnung ins Auge springt, hat schon einige Jahre auf dem Buckel. “Ich habe gegen Ende der Schulzeit angefangen, besondere Wodka-Flaschen zu sammeln und das dann über all die Jahre perfektioniert, obwohl ich heute lieber Gin trinke”, erklärt Dariush. “Hier steht beispielsweise eine Flasche, die zu Schwedens Jubiläum designt wurde – ich war zufällig damals vor Ort. Außerdem sind unter den Flaschen einige Special Editions von Designern und auch eine außergewöhnliche Flasche aus Brooklyn ist zu finden, auf der Lars Olsson Smith, dessen Abbild das Siegel der Flaschen ziert, ein Hipster Look verpasst wurde.” Da muss man schon wirklich auf die Details achten.

Nicht zuletzt hat auch eine Biografie Dariush’ Designanspruch nachhaltig geprägt: “Steve Jobs beschreibt in seinem Buch, dass man die Rückwand von einem Schrank zwar nie sieht, sie aber trotzdem stilvoll sein sollte, um dem Möbel oder Accessoire einen besonderen Charme zu verleihen. Das finde ich toll und so versuche ich, bei Einrichtungsgegenständen und
-Merkmalen in meiner Wohnung mehr auf Details zu achten”, erklärt Dariush.

Wenn man Dariush fragt, warum er sich bei so viel Gestaltungsliebe nicht für einen Stilaltbau entschieden hat, kommt der Pragmatismus durch, den er ja auch als eine Säule seines Stils bezeichnet: “Altbau ist wunderschön. Ich schaue mir die prunkvollen Gebäude der Gründerzeit unglaublich gerne an, aber eine Altbauwohnung hat auch sehr viele Nachteile. Gerade für jemanden, wie mich, der nicht so gut schläft, ist ein knarzender Dielenboden nicht das Wahre. Und auch ein Frankfurter Bad ist im Alltag nicht wirklich praktisch und schön, wenn wir mal ehrlich sind”.

Die neue Hood: Das Ostend.

Und wie steht es um den neuen Stadtteil? “Das Ostend muss ich noch besser kennenlernen – bevor die Restaurants zeitweise schließen mussten, hatte ich aber schon Gelegenheit, einen echt guten Griechen bei mir um die Ecke zu testen – kann ich sehr empfehlen”, so Dariush.

Wenn Ihr wissen möchtet, wer hinter bzw. in dieser Wohnung steckt, klickt hier.

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Maria

Kam ursprünglich zum Arbeiten nach Frankfurt und ist inzwischen so sehr angekommen, dass sie hier geheiratet hat und sich als Mama eines Frankfurter Mädsche bezeichnen darf.
Liebt Wein, dunkles Bier, Musik, gepflegte Füße und philosophische Bücher über
alternative Lebenskonzepte.
Hegt eine Vorliebe für gute Kaffeesorten, die sie sich in Genussmaßen zuführt.
Schätzt an Frankfurt, dass Südfrankreich und der Rest der Welt schnell erreichbar sind und hofft schon lange auf eine autofreie Innenstadt – denn am liebsten bewegt sie sich per Fahrrad durch die vielen lebens- und liebenswerten Stadtteile.